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Hepatitis

Das Viren-Problem auf dem Land

Hepatitis B und C - nur ein Problem von promisken Großstädtern? Eine Studie aus dem im Münsterland zeigt ein anderes Bild: Auf dem Land gibt es eine hohe Dunkelziffer.

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Keine blauen Trüffelpralinen: Modell von Hepatitis-C-Viren auf einer Zelle.

Keine blauen Trüffelpralinen: Modell von Hepatitis-C-Viren auf einer Zelle.

© Springer Verlag

HAMBURG (gvg). Vor einiger Zeit machte eine Berliner Studie von sich reden, bei der Patienten auf Hepatitis C gescreent wurden, die in eine Berliner Notaufnahme kamen.

Die Quote der Patienten mit Anti-HCV-Antikörpern lag bei 2,5 Prozent und damit deutlich höher als der Bundesgesundheits-Survey von 1998 vermuten ließ. Rasch wurden die Berliner Zahlen damals mit dem Verweis auf eine junge, lebensfrohe Großstadt zu einer Besonderheit erklärt.

Eine Studie, an der 79 Arztpraxen im Münsterland beteiligt waren, zeigt jetzt allerdings, dass die Virushepatitis auch außerhalb der Metropolen wohl eher unterschätzt wird.

In 79 Arztpraxen der Region Münster wurden mit einem Fragenbogen 707 Patienten mit erhöhtem Risiko für chronische Hepatitis, aber ohne bekannte Hepatitis, identifiziert, wie Privatdozent Anton Gillessen vom Herz-Jesu Krankenhaus Münster beim DGVS-Kongress in Hamburg berichtet hat.

Der Bogen enthält 15 Fragen zu Risikofaktoren und Symptomen. Wurde auch nur eine Frage mit ja beantwortet, wurde auf HCV-Antikörper und HBs-Antigen untersucht.

Bewusstsein bei Patienten schaffen

Ergebnis: 4,1 Prozent der Untersuchten trugen HCV-Antikörper, weitere 1,4 Prozent waren HBs-Ag-positiv. Die relativ hohen Quoten speziell bei chronischer HCV-Infektion gingen unter anderen auf Migranten aus der ehemaligen Sowjetunion zurück, so Gillessen.

Ebenfalls als ein Screening-Parameter mit gemessen wurde die GPT als Marker für eine floride Leberentzündung. Sie war bei 41 Prozent der Patienten mit Anti-HCV und bei 30 Prozent der Patienten mit HBsAg erhöht, zudem bei 16 Prozent der Kontrollprobanden ohne Hepatitis-Serologie.

"Das zeigt deutlich, dass es für ein Hepatitis-Screening nicht reicht, zunächst einmal nur die Transaminasen zu bestimmen", betonte der Experte.

Aus den Daten leiten die Wissenschaftler ab, dass es sich auch in ländlichen Regionen lohnt, aktiv nach chronischen Hepatitiden zu fahnden. "Ein relativ einfacher Fragebogen kann dabei helfen, Patienten für ein serologisches Screening zu identifizieren", so Gilessen.

Insgesamt habe die Screening-Aktion im Münsterland dazu geführt, dass das Bewusstsein für die chronische Hepatitis sowohl bei Ärzten als auch in der Bevölkerung gestiegen sei. Die Hepatologen in der Region berichten über einen spürbaren Anstieg bei den Patientenzahlen.

Lesen Sie dazu auch den Kommentar: Hepatitis-Problem größer als gedacht

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