Allgemeinmedizin

Dauertherapie nützt COPD-Kranken schon in frühen Krankheitsstadien

DORTMUND (djb). Bei der chronisch obstruktiven Lungenerkrankung (COPD) machen sich die Folgen der Lungenüberblähung und der Atemnot bereits in frühen Krankheitsstadien bemerkbar. So legen schon leicht bis mittelschwer erkrankte Patienten täglich nur noch die halbe Gehstrecke im Vergleich zu Gesunden zurück. Eine frühe Diagnose und Therapie ist daher sinnvoll.

Veröffentlicht: 15.10.2007, 08:00 Uhr

COPD-Patienten geraten rasch in eine typische Abwärtsspirale aus Luftstau, Atemnot und verminderter körperlicher Belastbarkeit. Daran erinnerte Professor Marc Decramer aus Leuven. Sie schränken ihre alltäglichen Aktivitäten ein, um der Luftnot zu entgehen. Die Folge: Kondition und Belastbarkeit nehmen immer weiter ab, so der Pneumologe auf einer Veranstaltung des Unternehmens Boehringer Ingelheim.

Exazerbationen fördern Progression

Besonders stark ist die Belastbarkeit während und für einige Wochen nach einer Exazerbation eingeschränkt. Diese bakteriell oder viral getriggerte Verschlimmerung der Symptome tritt besonders häufig im Winterhalbjahr auf und führt nicht selten zu Krankenhauseinweisungen. Die Crux: Exazerbationen beschleunigen die Progression der COPD.

Bereits bei leichter bis mittelschwerer Erkrankung profitieren die Patienten daher von einer Behandlung mit Tiotropium (Spiriva®). Das lang wirksame Anticholinergikum ist jetzt in einem mechanischen Inhalator (Respimat®) erhältlich. Er gibt den Wirkstoff in einer langsamen, lang anhaltenden Sprühwolke ab, die den Patienten mehr Zeit zum Inhalieren lässt als Dosieraerosole.

Tiotropium hält die Bronchien über 24 Stunden offen und mindert dadurch die Lungenüberblähung und die Atemnot, erinnerte Decramer. Zudem bessere die Therapie die Belastbarkeit der Patienten. In einer Studie wurde die Belastungsdauer auf dem Laufband binnen sechs Wochen mit dem Mittel um 1 Minute 45 Sekunden, das heißt um über 20 Prozent im Vergleich zu Placebo erhöht. Die anhaltende Bronchodilatation verhindert auch Exazerbationen signifikant im Vergleich zu Placebo, und zwar schon bei leicht Erkrankten. In einer Studie mit mehr als 1600 Patienten ging die Rate der Exazerbationen bei Patienten aller Schweregrade um 26 Prozent, in der Subgruppe mit leichter bis mittelschwerer COPD sogar um 33 Prozent zurück.

Weitere Infos zu COPD gibt es unter: www.atemwegsliga.de



STICHWORT

COPD-Schweregrade

leicht (Stadium1): Einsekundenkapazität (FEV1) von 80 Prozent oder mehr des Sollwertes nach akuter Bronchodilatation, und zwar mit/ohne Symptome (Husten, Auswurf).

mittel (Stadium 2): FEV1-Werte liegen unter 80 Prozent, aber bei 50 Prozent oder mehr des Sollwertes (nach akuter Bronchodilatation), und zwar mit/ohne chronische Symptome (Husten, Auswurf, Dyspnoe).

schwer (Stadium 3): FEV1 liegt unter 50 Prozent, aber über 30 Prozent des Sollwertes - mit / ohne chronische Symptome (Husten, Auswurf, Dyspnoe).

sehr schwer (Stadium 4): FEV1 beträgt 30 Prozent oder weniger des Sollwertes, oder FEV1 liegt unter 50 Prozent des Sollwertes bei gleichzeitig bestehender chronischer respiratorischer Insuffizienz. (ikr)

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