Tropenkrankheit

Dengue-Risiko viel höher als bisher vermutet

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HEIDELBERG. Weltweit sind dreimal mehr Menschen von Dengue-Fieber betroffen, als bislang angenommen: 390 Millionen Neuinfektionen gibt es pro Jahr weltweit, bisher ging die WHO von 50 bis 100 Millionen aus.

Dies hat eine multinationale Studie ergeben, die erstmals fundierte und detaillierte Daten zur globalen Verbreitung von Dengue liefert, berichtet das Universitätsklinikum Heidelberg.

An den Arbeiten unter Federführung von Epidemiologen der Oxford University waren auch Forscher aus Heidelberg um Dr. Thomas Jänisch, beteiligt (Nature 2013; online 7. April).

Die Risiko-Karte des Netzwerks IDAMS* soll dazu beitragen, die Ressourcen für die Kontrolle der Erkrankung gezielter als bisher einzusetzen. Analysiert wurden Berichte von Dengue-Infektionen aus den Jahren 1960 bis 2012.

Faktoren wie Klima, Armut, Bevölkerungsdichte und Infrastruktur flossen in die Hochrechnungen ein. Demnach kommen auf Asien mit rund 270 Millionen Fällen rund 70 Prozent der Erkrankungen.

Verläufe besser erkennen

Es folgen Afrika mit rund 64 Millionen und Amerika mit 54 Millionen Neuinfektionen pro Jahr.

Schwerpunkt der Heidelberger Tropenmediziner ist dabei eine multizentrische Studie mit rund 10.000 Patienten in Gesundheitseinrichtungen in Asien und Lateinamerika, etwa in Vietnam und Brasilien.

Ärzte und medizinisches Personal geben vor Ort Patientendaten wie Symptome und Laborwerte in eine spezielle Eingabemaske ein. Um die Qualität der Daten zu sichern, werden alle teilnehmenden Partner vor Ort geschult.

Die Daten werden nach Heidelberg übermittelt und von Epidemiologen ausgewertet. "Eine Dengue-Infektion kann sehr unterschiedlich verlaufen", so Jänisch in der Mitteilung.

"Wir möchten zum Beispiel herausfinden, wie Ärzte in einem frühen Fieberstadium einen schweren Verlauf erkennen oder sogar voraussagen können." (eb)

*International Research Consortium on Dengue Risk Assessment

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