Haut-Krankheiten

Dermatologen legen neue Leitlinie fürs Handekzem vor

Alitretinoin wird auch als Alternative zu Glukokortikoiden und UV-Therapie bei mittelschweren und schweren Ekzemen empfohlen.

Von Philipp Grätzel von GrätzPhilipp Grätzel von Grätz Veröffentlicht:
Hand eines Patienten mit schwerem chronischem Ekzem vor der Therapie mit 30 mg Alitretinoin einmal täglich.

Hand eines Patienten mit schwerem chronischem Ekzem vor der Therapie mit 30 mg Alitretinoin einmal täglich.

© Foto: Basilea

Die neue Leitlinie wird im April im Journal der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft publiziert. Professor Dr. Thomas Diepgen von der Universität Heidelberg hat sie bei einer DDG-Veranstaltung in Berlin öffentlich vorgestellt. An den Anfang stellt sie die genaue Diagnostik. Diepgen betonte die Bedeutung von Prick- und Epikutantests für die Prävention, denn damit sei eine mögliche allergische Genese des Handekzems zu erkennen.

Patienten mit Handekzemen aller Schweregrade sollten zunächst eine Basistherapie vor allem mit rückfettenden Externa erhalten. Außerdem sollten sie Triggerfaktoren oder Allergene meiden. Bei leichten Verläufen würden diese Basismaßnahmen ergänzt durch Juckreiz lindernde und antiseptische Wirkstoffe sowie durch topische Glukokortikosteroide oder Calcineurin-Hemmer, sagte Diepgen. Auch eine Iontophorese wird bei leichten Ekzemen als Option angesehen.

Bei mittelschweren und schweren Handekzemen kommen dann hochpotente topische Glukokortikosteroide oder eine UV-Therapie zum Einsatz. "Alternativ ist auf dieser Stufe auch schon eine orale Therapie mit dem Vitamin A-Säure-Derivat Alitretinoin angezeigt", sagte Diepgen. Dessen Effektivität belegt die im vergangenen Jahr publizierte BACH-Studie bei Patienten, die nicht auf topische Glukokortikoide angesprochen haben (wir berichteten).

Bei Patienten mit chronischen oder rezidivierenden Handekzemen sind systemische immunmodulierende Therapien die Strategie der Wahl. Außer Alitretinoin nennt die Leitlinie noch systemische Glukokortikoide, Ciclosporin und andere Immunsuppressiva. "Alitretinoin ist das einzige Präparat, das derzeit spezifisch für das Handekzem zugelassen ist", sagte Diepgen.

Mehr zum Thema

Hereditäres Angioödem

Bis zur Diagnose gehen oft viele Jahre verloren

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: CSL Behring GmbH, Marburg
Das könnte Sie auch interessieren
Laser- und Strahlentherapie: Mit Dexpanthenol nachbehandeln

© Bayer Vital GmbH

DDG-Tagung 2021

Laser- und Strahlentherapie: Mit Dexpanthenol nachbehandeln

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Dexpanthenol kompensiert den MMP3-Knockdown-Effekt

© Dr. Sebastian Huth / privat

ADF-Jahrestagung

Dexpanthenol kompensiert den MMP3-Knockdown-Effekt

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Bessere Wundheilung unter Dexpanthenol-haltigen Topika

© Mark Kostich / iStockphoto

Radiodermatitis

Bessere Wundheilung unter Dexpanthenol-haltigen Topika

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Kommentare

Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Jetzt anmelden / registrieren »

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

» kostenlos und direkt in Ihr Postfach

Am Morgen: Ihr individueller Themenmix

Zum Feierabend: das tagesaktuelle Telegramm

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen
Wie gut schützen die verfügbaren Impfstoffe vor der Omikron-Variante?

© alphaspirit / stock.adobe.com

Corona-Vakzine

Impfschutz: Gegen Omikron braucht es deutlich höhere Antikörperspiegel

Der neue und der alte Minister: Karl Lauterbach (li.) und Jens Spahn (Mitte) bei der Amtsübergabe im Bundesgesundheitsministerium am Mittwoch.

© Thomas Ecke / BMG

Amtsübergabe

Gesundheitsminister Lauterbach skizziert erste Gesundheitspläne