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Dexrazoxan beugt der Kardiotoxizität von Anthrazyklinen vor

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Der von Novartis Oncology erst kürzlich eingeführte Wirkstoff Dexrazoxan (Cardioxane®) schützt vor der Kardiotoxizität von Anthrazyklin-basierten Chemotherapien, ohne die Antitumorwirksamkeit der verwendeten Anthrazykline zu vermindern.

Anthrazykline wie Epirubicin oder Doxorubicin sind für Frauen mit Brustkrebs eine wichtige Therapieoption. Auch Patienten mit Leukämien, Lymphomen und Sarkomen brauchen Anthrazykline, deren Anwendung allerdings auch mit erheblichen Nebenwirkungen verbunden sein kann. Problematisch ist vor allem die Anthrazyklin-induzierte Kardiotoxizität, die bei bis zu 27 Prozent der Patienten zur Herzinsuffizienz führt.

"Dadurch wird der Einsatz der Anthrazykline oft eingeschränkt", so Professor Diethelm Wallwiener von der Universitäts-Frauenklinik Tübingen. "Mit der Zulassung von Dexrazoxan steht eine neue Option zur Verfügung, die das Risiko einer Anthrazyklin-induzierten Kardiotoxizität signifikant verringert."

Dexrazoxan ist zur Vorbeugung chronischer kumulativer Kardiotoxizität durch Verwendung von Epirubicin oder Doxorubicin bei Patienten mit fortgeschrittenen oder metastasierten Tumoren nach vorheriger Anthrazyklin-haltiger Behandlung zugelassen. Es wird etwa 30 Minuten vor Gabe des Anthrazyklins als Kurzinfusion über 15 Minuten gegeben und ist generell gut verträglich. Die neue kardioprotektive Substanz wirkt als Radikalfänger und schützt das Herz vor oxidativem Stress durch Anthrazykline.

Der klinische Nutzen von Dexrazoxan wurde in großen kontrollierten Studien bei Patienten mit Mammakarzinom sowie in mehreren nicht-randomisierten Studien bei Patienten mit kleinzelligen Bronchialkarzinomen, Leukämien und Sarkomen nachgewiesen. Bei Frauen mit fortgeschrittenem Brustkrebs wurde Dexrazoxan zusammen mit dem Chemotherapieregime FAC (5-Fluorouracil/Doxorubicin/Cyclophosphamid) geprüft. Die mit dem Kardioprotektivum behandelten Patientinnen hatten ein zehnmal niedrigeres Risiko für Herzinsuffizienz (2,6 Prozent vs. 27 Prozent im Kontroll-Arm), obwohl sie höhere Doxorubicin-Dosen erhalten hatten. Auch die Rate an kardiovaskulären Ereignissen war im Dexrazoxan-Arm signifikant geringer.

Eine Studie mit 160 Brustkrebspatientinnen belegt, dass Dexrazoxan auch vor kardialen Komplikationen Epirubicin-haltiger Regime schützt. Im Vergleich zur alleinigen Chemotherapie führte die zusätzliche Dexrazoxan-Gabe ab der ersten Epirubicin-Dosis zu einer etwa 10-fach verminderten Rate kardialer Ereignisse 23,1 vs. 2,4 Prozent) und einer geringeren Herzinsuffizienz-Inzidenz (5,1 vs. 2,4 Prozent).

In einer Metaanalyse und in zwei weiteren Studien wurden die Parameter "progressionsfreies Überleben" und "Gesamtüberleben" bei Patienten unter Anthrazyklin-haltigen Therapien mit und ohne Dexrazoxan verglichen. Dexrazoxan reduziert signifikant die Kardiotoxizität von Anthrazyklinen. Die Antitumorwirkung der Anthrazykline wird durch die Komedikation mit Dexrazoxan nicht beeinträchtigt. Zudem erhöht Dexrazoxan nicht die nicht-kardiale Nebenwirkungsrate der Anthrazykline in den empfohlenen Dosen (20-fache Doxorubicin-Äquivalenzdosis bzw. 10-fache Epirubicin-Äquivalenzdosis).

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