Direkt zum Inhaltsbereich

KOMMENTAR

Diabetiker brauchen konsequente Therapie

Wolfgang GeisselVon Wolfgang Geissel Veröffentlicht:

Neue Studienergebnisse zur Therapie von Typ-2-Diabetikern scheinen sich auf den ersten Blick zu widersprechen: In der ACCORD-Studie war eine intensive antidiabetische Therapie bei Patienten mit hohem kardiovaskulären Risiko mit einer erhöhten Sterberate verknüpft. Ein Teil der Studie wurde daher abgebrochen. In einer neuen Analyse der Steno-2-Studie hingegen senkte eine strikte antidiabetische Therapie plus scharfer Einstellung von Blutdruck und Blutfetten bei Typ-2-Diabetikern mit Mikroalbuminurie die Sterberate drastisch.

STENO-2 bestätigt damit, wie wichtig es ist, bei Diabetikern so früh wie möglich gegen alle Risikofaktoren vorzugehen. Jeder zweite Diabetiker mit Mikroalbuminurie war in der Untersuchung trotz konventioneller Therapie binnen 13 Jahren gestorben. Die Sterberate ist damit ähnlich hoch wie bei mancher Krebserkrankung. Und: Das Risiko, vorzeitig zu sterben, kann stark gesenkt werden mit Antidiabetika, Lipidsenkern, Blockade des Renin-Angiotensin-Systems zur Blutdrucksenkung und zum Nierenschutz sowie einer Plättchenaggregationshemmung.

Warum in der ACCORD-Studie eine stärker als übliche Blutzuckersenkung das Sterberisiko an Herzkreislauf-Krankheiten nicht senkt, sondern sogar etwas erhöht, ist unklar.

Kollegen sind deshalb gut beraten, wenn sie HbA1c-Werte unter 7 und nicht unter 6 Prozent anstreben und gleichzeitig Risiken wie Hypertonie und Hyperlipidämie im Auge haben.

Lesen Sie dazu auch: Frühe strikte Therapie rettet Diabetiker-Leben

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Neue Terminologie

Warum PCOS zu PMOS wurde und was das mit Diabetes zu tun hat

Akuter ischämischer Insult oder TIA

Schützt GLP-1-Rezeptoragonist vor frühen Schlaganfall-Rezidiven?

Hormone, Schwangerschaft, Wechseljahre

Warum ein Diabetes Frauen anders trifft als Männer

Das könnte Sie auch interessieren
Vitamin-B12-Mangel frühzeitig behandeln!

© Aleksandr | colourbox.de

Fatal verkannt

Vitamin-B12-Mangel frühzeitig behandeln!

Anzeige | WÖRWAG Pharma GmbH & Co. KG
Aktuelle Empfehlungen für die Praxis

© polkadot - stock.adobe.com

Vitamin-B12-Mangel

Aktuelle Empfehlungen für die Praxis

Anzeige | WÖRWAG Pharma GmbH & Co. KG
B12-Mangel durch PPI & Metformin

© Pixel-Shot - stock.adobe.com

Achtung Vitamin-Falle

B12-Mangel durch PPI & Metformin

Anzeige | WÖRWAG Pharma GmbH & Co. KG
50 Jahre Jung-Preis

© Jung-Stiftung für Wissenschaft und Forschung

50 Jahre Jung-Preis

Freiheit als Voraussetzung für medizinischen Fortschritt

Anzeige | Jung-Stiftung für Wissenschaft und Forschung
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: Diagnostik bei Harnsteinen: Prozedere bei Hochrisiko-Gruppe

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [5, 11]

Hoher Medical Need

Urolithiasis: Metaphylaxe kann hohe Rezidivrate deutlich senken

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Aristo Pharma GmbH, Berlin
Voraussetzungen für eine erfolgreiche Transition Betroffener in die Erwachsenenmedizin

© Pinit / stock.adobe.com / generiert mit KI

Pädiatrische cholestatische Lebererkrankungen

Voraussetzungen für eine erfolgreiche Transition Betroffener in die Erwachsenenmedizin

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Mirum Pharmaceuticals Germany GmbH, München
Abb. 1: Studien CLIMB THAL-111 und -131: Veränderung des Gesamt-Hb-Werts und des HbF-Werts nach Exa-cel-Infusion bei TDT-Patientinnen und -Patienten (Quelle: Locatelli F et al., European Society for Blood and Marrow Transplantation (EBMT) 2026, Madrid, Spanien, Abstract GS2-5)

© Springer Medizin Verlag

Neue Perspektiven bei Hämoglobinopathien

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Vertex Pharmaceuticals (Germany) GmbH, München
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Schmerzen verhindern

Das sind die aktuellen medikamentösen Ansätze bei Endometriose

Digitale Helfer

KI im Alltags-Check: So urteilen zwei Kollegen

Lesetipps
Das Gerät kann als Spachtel, Otoskop, Thermometer oder Stethoskop eingesetzt werden. Auf dem Display wird von DIHVA Undine Tischmeyer angegeben, was untersucht werden soll.

© Julia Frisch

Techniker Krankenkasse unterstützt Projekt

Hausbesuche neu gedacht: Auch Laien können als DIHVA die Praxen entlasten