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Palliativmedizin

Die Diagnostik des Sterbens erfordert Intuition

Die Frage, wann das Sterben beginnt, ist nicht immer einfach zu beantworten. Welche konkreten Anzeichen sprechen für einen wahrscheinlichen Todeseintritt?

Von Peter Stiefelhagen Veröffentlicht:

In der S3-Leitlinie Palliativmedizin wird die Sterbephase als die letzten drei bis sieben Tage des Lebens definiert. "Das Sterben eines Menschen bleibt als wichtige Erinnerung zurück bei denen, die weiterleben", so Thomas Montag vom Zentrum für Palliativmedizin an der Uniklinik Köln beim DGIM-Kongress. Was immer in den letzten Stunden geschehe, könne viele Wunden heilen, aber auch in unerträglicher Erinnerung bleiben. Für die Begleitung Sterbender sei es von herausragender Bedeutung, dass das Sterben von den an der Behandlung Beteiligten als ein natürlicher Prozess akzeptiert wird. Alle Maßnahmen sollten sich an dem Ziel orientieren, auch in der letzten Lebensphase die bestmögliche Lebensqualität und ein Sterben in Würde zu erreichen.

Die Einschätzung, ob es sich um die Sterbephase handelt, sollte durch ein multidisziplinäres Team erfolgen. Auch sollte die Einschätzung, wenn möglich und angemessen, mit dem Patienten und in jedem Fall mit den Angehörigen besprochen werden. Patienten, Angehörige und Betreuende müssen Gelegenheit bekommen, über ihre Wünsche, Gefühle, Ängste, Glauben und Werte sprechen zu können. Für die fünf wichtigsten Symptome, die sich in der Sterbephase entwickeln können, nämlich Delir, Rasselatmung, Mundtrockenheit, Angst bzw. Unruhe und Atemnot, sollte eine Bedarfsmedikation verschrieben und die Schmerztherapie sollte fortgeführt werden. Immer sollte man sich die Frage stellen, ob diagnostische Maßnahmen und die sich daraus ergebenden therapeutischen Konsequenzen indiziert, angemessen und zumutbar sind und dem Willen des Patienten entsprechen. "Der medizinische Lärm sollte reduziert werden", so Montag.

Zur Einschätzung der Sterbephase eines Patienten mit einer nicht heilbaren Krebserkrankung, können, wenn akut reversible Ursachen ausgeschlossen sind, folgende Kriterien herangezogen werden:

- Veränderungen der Atmung, der Emotionen und/oder des Bewusstseins,

- zunehmende Schwäche und ein reduzierter Allgemeinzustand,

- Hautveränderungen,

- Verwirrtheit,

- Verlust des Interesses an Nahrungs- und Flüssigkeitszufuhr.

"Auf solche Kriterien sollte man achten, aber entscheidend ist doch die intuitive Einschätzung der an der Behandlung Beteiligten", so Montag. Man solle sich in solchen Situationen die Frage stellen: Wäre es eine Überraschung, wenn der Patient sterben würde? Die Diskussion im multiprofessionellen Team sollte die Selbsteinschätzung des Patienten, der Angehörigen und der Behandelnden bzw. Betreuenden berücksichtigen.

Symptome in der Sterbephase

Für die wichtigsten Symptome, die sich in der Sterbephase entwickeln können sollte eine Bedarfsmedikation verschrieben werden:

- Delir

- Rasselatmung

- Mundtrockenheit

- Angst bzw. Unruhe

- Atemnot

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