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Nieren-Ca

Die Immuntherapie wandelt sich

Patienten mit Nierenzellkarzinom profitieren wie Melanompatienten von der modernen Immuntherapie durch Checkpoint-Hemmer.

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BASEL. Die Immuntherapie mithilfe von Zytokinen wie Interferon und Interleukin 2 hat seit mehreren Jahren dazu beigetragen, die Prognose von Patienten mit einem Nierenzellkarzinom (RCC) zu verbessern.

Es wurde damit ein medianes Überleben von 13 Monaten erreicht, wie Professor Viktor Grünwald von der Medizinischen Hochschule Hannover während der diesjährigen DGHO-Jahrestagung in Basel erinnerte.

Noch bessere Erfolge lassen sich mit der modernen Immuntherapie erzielen, in der Checkpoint-Hemmer wie Nivolumab verwendet werden. Median sind mit derartigen Immuntherapeutika bis zu 29 Monate Überleben zu erreichen.

Große Studie mit über 820 Patienten

Wie sehr sich die Prognose verbessert hat, geht unter anderem aus der aktuellen Checkmate-25-Studie hervor, wie Grünwald berichtete. In der großen Studie mit mehr als 820 vorbehandelten Patienten, die an einem klarzelligen RCC erkrankt waren, wurde die Wirksamkeit - gemessen am Parameter Gesamtüberleben - von Nivolumab im Vergleich zum mTOR (mammalian target of rapamycin)-Hemmer Everolimus geprüft (NEJM 2015; online 25. September).

Beim primären Endpunkt schnitten Patienten mit Nivolumab signifikant besser ab (25 versus 19,6 Monate). Das Sterberisiko wurde durch den Checkpoint-Hemmer um 27 Prozent verringert (Hazard Ratio: 0,73; 95%-Konfidenzintervall zwischen 0,57 und 0,93; p = 0,002).

Hochrisikopatienten profitierten am meisten, so Grünwald. Checkpoint-Hemmer seien inzwischen bei dieser Indikation etabliert und Bestandteil der Sequenztherapie.

Beschleunigtes Zulassungsverfahren

Eine weitere neue Option als Zweitlinientherapeutikum ist der Multikinasehemmer Cabozantinib. Das Präparat hat im August von der US-amerikanischen Zulassungsbehörde FDA auf der Basis der Phase-III-Studie METEOR - Vergleichspräparat war ebenfalls Everolimus - den Status "Breakthrough Therapy Designation" erhalten, der ein beschleunigtes Zulassungsverfahren verspricht (NEJM 2015; online 25. September).

In der aktuellen S3-Leitlinie des Leitlinienprogramms Onkologie vom September 2015 zum Nierenzellkarzinom wird die Immuntherapie ebenfalls berücksichtigt und die Behandlung mit VEGF (vascular endothelial growth factor)- und mTOR-Hemmern in der Erstlinie beziehungsweise Zweitlinie empfohlen.

Die klassischen Zytokin-basierten Therapien kämen heute nicht mehr zum Einsatz. Allerdings sei die hochdosierte intravenöse IL-2-Gabe bei Patienten mit einem oligo-metastatischen Befall und sehr gutem Allgemeinzustand eine Alternative für die Erstlinientherapie, allerdings nur in spezialisierten Zentren. (ple)

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