Unfälle von Kleinkindern

Die unterschätzte Gefahr Dreirad

Bei Unfällen mit Dreirädern kann es zu schweren Verletzungen kommen, die nicht selten sogar tödlich enden. Forscher haben die Daten jetzt genauer unter die Lupe genommen - und haben eine Empfehlung.

Von Dr. Christine Starostzik Veröffentlicht:

ATLANTA. Im Jahr 2012 waren Dreiradunfälle in den USA die häufigste Ursache für den Tod eines Kindes im Zusammenhang mit einem Spielzeug. Verletzungen beim Dreiradfahren entstehen häufig durch einen Sturz nach plötzlicher Umkehrbewegung des Vorderrades, wodurch der kleine Fahrer die Balance verliert und umkippt.

Außerdem haben viele Dreiräder keine Bremse, was schnell zu rasenden und unkontrollierten Fahrten führen kann. Sean Bandzar vom Medical College of Georgia und Kollegen haben die Daten von Unfällen mit Dreirädern untersucht, die im National Electronic Injury Surveillance System registriert waren (Pediatrics 2015; online 14. September).

Durchschnittsalter: drei

Hochrechnungen zufolge wurden in amerikanischen Notfalleinrichtungen in den Jahren 2012 und 2013 insgesamt 9340 Patienten mit Dreiradunfällen behandelt. Die meisten von ihnen ereigneten sich zuhause. 2,4 Prozent der Kinder mussten stationär behandelt werden.

Das durchschnittliche Alter der Verletzten lag bei drei Jahren, die meisten Unfälle hatten sich allerdings in der Gruppe der Zweijährigen ereignet. Kinder zwischen ein und zwei Jahren machten 51,9 Prozent der Unfallopfer aus.

Am häufigsten mussten Fleischwunden versorgt werden. Sie machten insgesamt 28,2 Prozent aller Verletzungen aus und standen in der Gruppe der Einjährigen mit 27,9 Prozent an erster Stelle.

Bei den Drei- bis Fünfjährigen lagen Verletzungen innerer Organe an der Spitze (30-33 Prozent), und in der Gruppe der Siebenjährigen kam es am häufigsten zu Prellungen (70 Prozent). Prellungen zogen sich die Kinder meist im Gesicht oder am Kopf zu, aber auch an den Unterarmen und Zehen.

Vor allem der Kopf betroffen

Das am stärksten von Verletzungen betroffene Körperteil und der häufigste Ort innerer Verletzungen war der Kopf (29,6 Prozent bzw. 99,6 Prozent). Die restlichen 0,4 Prozent innere Verletzungen betrafen die Blase.

Unter den Frakturen führten die Ellenbogen die Liste an. 47,4 Prozent der Frakturen ereigneten sich an diesem Körperteil. Überhaupt kamen Knochenbrüche eher an den oberen als an den unteren Extremitäten vor.

Nachdem nun die Schwachstellen erfasst seien, so Bandzar und Kollegen, könnten entsprechende Schutzmaßnahmen wie Helme sowie einige technische Verbesserungen dafür sorgen, die Kinder vor den beschriebenen Schäden zu bewahren und die Zahl von Notfallbehandlungen zu reduzieren.

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