Direkt zum Inhaltsbereich

Kommentar zur Todesursache Nummer eins

Die zweite Seite der Medaille

Krebs ist in einigen reichen Staaten mittlerweile die Todesursache Nummer eins. Das ist auch Ausdruck der Fortschritte in der Medizin.

Denis NößlerVon Denis Nößler Veröffentlicht:

Krebs ist „der König aller Krankheiten“. Das hat schon 2010 der US-amerikanische Onkologe Dr. Siddhartha Mukherjee in seinem gleichnamigen Bestseller behauptet. Und er hat wohl recht: Denn laut der PURE-Studie, die am Dienstag beim ESC-Kongress in Paris vorgestellt wurde, sind Krebserkrankungen mittlerweile die Todesursache Nummer eins bei den Erwachsenen bis 70. Jedenfalls in den Industrieländern.

Wenngleich hierzulande die Situation noch etwas anders ist: Die malignen Erkrankungen überholen in einigen reichen Staaten die Herz-Kreislauf-Erkrankungen bei den Todesursachen. Ein Trend, der auch an Deutschland nicht halt machen dürfte. Das klingt dramatisch und deutet die Herausforderungen an, vor denen unsere Gesundheitssysteme stehen – Früherkennung, Präzisionsmedizin, Millionen Euro teure Gentherapien, um nur einige Stichworte zu nennen.

Gleichzeitig ist diese Entwicklung aber auch das Resultat einer immer besser werdenden Medizin: Wo die Mortalität durch Infektionen, Infarkte oder Schlaganfälle sinkt, steigt die Lebenserwartung der Menschen – und mit dem Lebensalter das Risiko, dass aus Genmutationen letztlich Tumoren entstehen. Eine schlichte Wahrheit: Jede Medaille hat zwei Seiten.

Lesen Sie dazu auch: PURE-Studie: Krebs in reichen Ländern die häufigste Todesursache

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Anstoß zur Diskussion

Darmkrebs: Ist die koloskopische Überwachung falsch aufgestellt?

Das könnte Sie auch interessieren
Logo Digiteneers - Vertidisan

© Digitineers

Digitineers

Bei Schwindel – Vertidisan®: Die Therapie-App

Kooperation | In Kooperation mit: Tag der Privatmedizin
Logo Cardisio

© Doctolib

Doctolib

Mehr Service: KI-Assistenz rund um die Privatbehandlung

Kooperation | In Kooperation mit: Tag der Privatmedizin
Jugendliche die schon früh, ohne Eltern in die Sprechstunde kommen, werden selbstständiger.

© Racle Fotodesign / stock.adobe.com

Typ-1-Diabetes bei Kindern und Jugendlichen

Wie gelingt der Übergang vom Pädiater in die Erwachsenenmedizin?

Frauen erhalten eine andere und meist schlechtere Behandlung als Männer. Sie sind häufiger vom Medical Gaslighting betroffen, insbesondere in der Kardiologie.

© NPS Studio / stock.adobe.com

Hormone, Schwangerschaft, Wechseljahre

Warum ein Diabetes Frauen anders trifft als Männer

Kommentare
Gabriele Wojcik 04.09.201911:20 Uhr

Sterblichkeit an Krebs

Auch die Sterblichkeit an Krebs sinkt durch den medizinischen Fortschritt.
Leider, besonders in den Industrieländern immer mehr Menschen erkranken an Krebs.

Dr. Thomas Georg Schätzler 04.09.201908:01 Uhr

König aller Krankheiten, Königsdisziplinen und Mortalitäts-Statistiken

Wer wie der renommierte US-amerikanische Onkologe Dr. Siddhartha Mukherjee behauptet, Krebs sei „der König aller Krankheiten“, setzt sich damit zugleich dem Verdacht aus, seine eigene Profession zur "Königsdisziplin" überhöhen zu wollen.

Tatsache ist jedoch, dass die enormen Fortschritte in den "Königsdisziplinen" interventionelle Kardiologie, Kardiochirurgie, Diabetologie, Nephrologie, Stoffwechsel- und Präventions-Forschung, aber auch Transplantationsmedizin der reichen, hochtechnologisch orientierten, post-industriellen Gesellschaften allzu deutlich aufzeigen, dass die Onkologie im Hintertreffen ist.

Wer mit seiner Fachdisziplin nunmehr die Mortalitäts-Last in den reichen Industrieländern anführt, sollte den wissenschaftlichen Ball flach halten und zur kurativen Tagespolitik mit Transpiration und Inspiration zurück kehren.

Mf + kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund (z.Zt. Ramatuelle/F)

Sonderberichte zum Thema

Vom Warnsignal zur RNAi-Therapie

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Alnylam Germany GmbH, München
HFpEF: Diagnostik, Therapie und Monitoring für die tägliche Praxis

© Rasi / stock.adobe.com

Chronische Herzinsuffizienz

HFpEF: Diagnostik, Therapie und Monitoring für die tägliche Praxis

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Bayer Vital GmbH, Leverkusen
Abb. 1: Studie MajesTEC-3: progressionsfreies Überlebenc

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [2]

Neue Therapieoption beim rezidivierten oder refraktären Multiplen Myelom (RRMM)

Teclistamab-Daratumumab erzielt bislang unerreichten PFS-Vorteil bei RRMM ab dem 1. Rezidiv

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Janssen-Cilag GmbH, a Johnson & Johnson company, Neuss
Vorteile des Logins

Mit unserem kostenloses Login erhalten Ärztinnen und Ärzte, Medizinstudierende sowie Fachkräfte im Gesundheitswesen vollen Zugriff auf unsere medizinischen und praxisrelevanten Inhalte.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Akute Belastung versus chronische Schäden

Marathonläufer sollten ihren Nierenstatus kennen

Lesetipps
Koloskopie, Blick auf den Monitor

© Issara - stock.adobe.com

Anstoß zur Diskussion

Darmkrebs: Ist die koloskopische Überwachung falsch aufgestellt?

Ein Arzt zählt mit den Fingern bis Drei.

© Arnéll Koegelenberg/peopleimages.com/stock.adobe.com

Regionaler Multimorbiditäts-Vergleich

Wo es relativ viele Ü-50-Jährige mit drei oder mehr chronischen Erkrankungen gibt