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Kommentar zur Todesursache Nummer eins

Die zweite Seite der Medaille

Krebs ist in einigen reichen Staaten mittlerweile die Todesursache Nummer eins. Das ist auch Ausdruck der Fortschritte in der Medizin.

Denis NößlerVon Denis Nößler Veröffentlicht:

Krebs ist „der König aller Krankheiten“. Das hat schon 2010 der US-amerikanische Onkologe Dr. Siddhartha Mukherjee in seinem gleichnamigen Bestseller behauptet. Und er hat wohl recht: Denn laut der PURE-Studie, die am Dienstag beim ESC-Kongress in Paris vorgestellt wurde, sind Krebserkrankungen mittlerweile die Todesursache Nummer eins bei den Erwachsenen bis 70. Jedenfalls in den Industrieländern.

Wenngleich hierzulande die Situation noch etwas anders ist: Die malignen Erkrankungen überholen in einigen reichen Staaten die Herz-Kreislauf-Erkrankungen bei den Todesursachen. Ein Trend, der auch an Deutschland nicht halt machen dürfte. Das klingt dramatisch und deutet die Herausforderungen an, vor denen unsere Gesundheitssysteme stehen – Früherkennung, Präzisionsmedizin, Millionen Euro teure Gentherapien, um nur einige Stichworte zu nennen.

Gleichzeitig ist diese Entwicklung aber auch das Resultat einer immer besser werdenden Medizin: Wo die Mortalität durch Infektionen, Infarkte oder Schlaganfälle sinkt, steigt die Lebenserwartung der Menschen – und mit dem Lebensalter das Risiko, dass aus Genmutationen letztlich Tumoren entstehen. Eine schlichte Wahrheit: Jede Medaille hat zwei Seiten.

Lesen Sie dazu auch: PURE-Studie: Krebs in reichen Ländern die häufigste Todesursache

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Kommentare
Gabriele Wojcik 04.09.201911:20 Uhr

Sterblichkeit an Krebs

Auch die Sterblichkeit an Krebs sinkt durch den medizinischen Fortschritt.
Leider, besonders in den Industrieländern immer mehr Menschen erkranken an Krebs.

Dr. Thomas Georg Schätzler 04.09.201908:01 Uhr

König aller Krankheiten, Königsdisziplinen und Mortalitäts-Statistiken

Wer wie der renommierte US-amerikanische Onkologe Dr. Siddhartha Mukherjee behauptet, Krebs sei „der König aller Krankheiten“, setzt sich damit zugleich dem Verdacht aus, seine eigene Profession zur "Königsdisziplin" überhöhen zu wollen.

Tatsache ist jedoch, dass die enormen Fortschritte in den "Königsdisziplinen" interventionelle Kardiologie, Kardiochirurgie, Diabetologie, Nephrologie, Stoffwechsel- und Präventions-Forschung, aber auch Transplantationsmedizin der reichen, hochtechnologisch orientierten, post-industriellen Gesellschaften allzu deutlich aufzeigen, dass die Onkologie im Hintertreffen ist.

Wer mit seiner Fachdisziplin nunmehr die Mortalitäts-Last in den reichen Industrieländern anführt, sollte den wissenschaftlichen Ball flach halten und zur kurativen Tagespolitik mit Transpiration und Inspiration zurück kehren.

Mf + kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund (z.Zt. Ramatuelle/F)

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