Direkt zum Inhaltsbereich

Pneumokokken und Co

Diese Änderungen gibt es bei der Impfempfehlung

Die neuen Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO) sehen Änderungen beim Pneumokokkenschutz von Säuglingen und bei der Gelbfieberimpfung vor.

Wolfgang GeisselVon Wolfgang Geissel Veröffentlicht:
Bei den Impfempfehlungen von Säuglingen gibt es einige Änderungen.

Bei den Impfempfehlungen von Säuglingen gibt es einige Änderungen.

© mbt_studio / fotolia.com

BERLIN. Wichtigste Änderungen im neuen Impfkalender betreffen, wie bereits kurz berichtet, die Pneumokokken-Impfung von Säuglingen (Epi Bull 2015; 34: 327). Für diese reichen künftig drei statt bisher vier Dosen eines Konjugatimpfstoffs aus (im Alter von 2, 4 und 11-14 Monaten).

Für die bestmögliche Wirksamkeit müssen die einzelnen Impftermine unbedingt eingehalten werden, betont das Robert Koch-Institut in einer Mitteilung.

Dies gilt auch für die letzte Dosis im Alter von 11-14 Monaten. Diese ist für die Aufrechterhaltung des individuellen Impfschutzes und für den Herdenschutz ausschlaggebend.

Neues 2+1-Schema

Das neue 2+1-Schema hat den Vorteil, dass Säuglinge im Alter von drei Monaten eine Impfung weniger benötigen. Neue Daten zur Wirksamkeit des kürzeren Impfschemas hatten die Änderung möglich gemacht. Für Frühgeborene (Geburt vor der vollendeten 37. Schwangerschaftswoche) wird unverändert das 3+1-Schema empfohlen (im Alter von 2, 3, 4 und 11-14 Monaten).

Mit der Pneumokokken-Impfung sollen Hospitalisierung, Behinderung und Tod infolge schwerer Erkrankungen reduziert werden. Die Zahl wird in Deutschland auf elf Fälle pro 100.000 Kinder im Alter unter fünf Jahren geschätzt.

Der seit 2013 verfügbare Impfstoff gegen Meningokokken B wird jetzt Personen mit spezifischen Grundkrankheiten empfohlen (Indikationsimpfung). Die Entscheidung hierfür sollen Ärzte nach individueller Risikoabschätzung treffen.

Bei der Gelbfieberimpfung empfiehlt die STIKO aufgrund der Änderungen in den internationalen Gesundheitsvorschriften (IGV) keine Auffrischimpfung mehr. Die Änderung wurde möglich, nachdem in den vergangenen Jahren mehrere Studien auf einen lebenslangen Impfschutz nach einmaliger Gelbfieberimpfung hingewiesen haben.

Änderung bei Varizella-Zoster-Immunglobulinen

Änderungen gibt es auch bei den Varizella-Zoster-Immunglobulinen. Diese sind bei fehlender Immunität gegen das Varizella-Zoster-Virus wichtig, wenn ein erhöhtes Risiko für eine schwere Windpocken-Infektion besteht und nicht mit dem Lebendimpfstoff geimpft werden kann.

Hier hat die STIKO ihre Empfehlung beim Personenkreis für die Impfung (Neu: Frühgeborene mit Erreger-Kontakt) und dem Zeitraum der Anwendung (bis zehn Tage nach Erregerkontakt) erweitert.

Mehr zum Thema

Orientierung für die Impfpraxis

Impfen bei Immundefizienz: Worauf es ankommt

Das könnte Sie auch interessieren
Vier Einwände von Herzpatienten im Evidenzcheck

© imran kadir photography | Getty Images

Impfskepsis in der Praxis

Vier Einwände von Herzpatienten im Evidenzcheck

Anzeige | Viatris Germany GmbH
Gut organisiert in die Grippesaison starten

© Abraham Gonzalez Fernandez | Getty Images

Impfmanagement

Gut organisiert in die Grippesaison starten

Anzeige | Viatris Germany GmbH
„Motivational Interviewing“ in der Impfberatung

© SrdjanPav | Getty Images

Impfkommunikation

„Motivational Interviewing“ in der Impfberatung

Anzeige | Viatris Germany GmbH
Neue Empfehlung zu HWI und Zystitis

© EAU

Ergänzung EAU-Leitlinie 2026

Neue Empfehlung zu HWI und Zystitis

Anzeige | MIP Pharma GmbH
Therapie bei unkomplizierter Zystitis

© Dr_Microbe | Adobe Stock

Evidenz, Resistenz & Wirksamkeit

Therapie bei unkomplizierter Zystitis

Anzeige | MIP Pharma GmbH
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: Impfstoffeffektivität gegen Post COVID-Beschwerden

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [14]

Jährliche COVID-19-Impfung

Empfohlen für ein breites Risikokollektiv

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: BioNTech Europe GmbH, Mainz
Abb. 1: Vorteile von Vamorolon

© Santhera Pharmaceuticals (Deutschland) GmbH, modifiziert nach [3−5, 6]

Duchenne-Muskeldystrophie (DMD)

Neue Perspektiven für die Versorgung

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Santhera Pharmaceuticals (Deutschland) GmbH, München
Abb. 1: Die kardiorenalmetabolische Organachse: ganzheitliche Versorgung durch interdisziplinäre Zusammenarbeit (Quelle: Michalopoulou E et al., J Clin Med 2025, 14:428)

© Springer Medizin Verlag

Biomarker gegen Diabetes-Folgen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Roche Diagnostics Deutschland GmbH, Mannheim
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Vorsicht Honorarverlust

DMP: Warum Praxen den Datentransfer prüfen sollten

Deutscher Rheumatologiekongress startet

Rheumatoide Arthritis: Eingreifen, bevor sie ausbricht!

Lesetipps
Ein Korb mit Pilzen

© xhuzz / stock.adobe.com / Generated with AI

Intoxikationen

Pilzvergiftungen: Was ist für Hausärzte relevant?

Sonja Optendrenk steht an einem Geländer, im Hintergrund ist die Spree zu sehen.

© Rolf Schulten

An der Spitze des Gemeinsamen Bundesausschusses

G-BA-Vorsitzende Sonja Optendrenk sieht sich als Streiterin der Selbstverwaltung

Ältere Frau bei einer Psychiotherapie

© Herbie / Fotolia

Multimodale Therapie

Dystonien: Welche alternativen Therapieansätze gibt es?