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Dipyridamol kann mehr als nur Plättchen hemmen

MANNHEIM (gvg). Das mit Acetylsalicylsäure (ASS) kombinierte Dipyridamol hat außer einer antithrombotischen Wirkung auch gefäßschützende Eigenschaften. Dies könnte die Wirksamkeit der Substanz bei der Sekundärprophylaxe nach Schlaganfall mit erklären.

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Dipyridamol wird in einer Dosis von 200 mg in fester Kombination mit 25 mg ASS als Aggrenox® angeboten. Das Präparat erreichte in der ESPS- 2-Studie verglichen mit einer ASS-Monotherapie eine etwa doppelt so starke Verringerung der Rate schwerer kardiovaskulärer Ereignisse in der Sekundärprophylaxe nach einem Schlaganfall oder einer TIA (wie berichtet).

"Dipyridamol wirkt außer auf die Blutplättchen auch auf die Zellen der Blutgefäß-Innenwand", erläuterte Professor Wolfgang Eisert aus der Forschungsabteilung von Boehringer-Ingelheim beim Europäischen Schlaganfallkongreß in Mannheim. Angeregt werde unter anderen die Produktion des gefäßschützenden Moleküls Stickstoffmonoxid. Dipyridamol sei ein starkes Antioxidanz und wirke auch hemmend auf die Proliferation glatter Muskelzellen sowie auf die Entzündungsreaktion.

"All das sind biochemische Nebeneffekte, die sich bei Arteriosklerosepatienten günstig auswirken können, ähnlich wie man das auch von Statinen kennt", so Eisert bei einer Veranstaltung des Unternehmens. Anders als die antithrombotische Wirkung entfalteten diese Prozesse ihre schützendes Potential eher langfristig. Das könne erklären, warum der Nutzen, den Patienten von einer Dipyridamol-ASS-Kombination haben, im Lauf der Zeit anders als bei einer ASS-Monotherapie ansteige, sagte Eisert.

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