Direkt zum Inhaltsbereich

Direkter Thrombinhemmer schützt bei hohem Blutungsrisiko

MANNHEIM (grue). Bei perkutaner Koronarintervention (PCI) soll die antithrombotische Begleittherapie vor einer Ischämie schützen, ohne dass sich damit das Blutungsrisiko erhöht. Hier den richtigen Mittelweg zu finden, erfordert ein gewisses Fingerspitzengefühl.

Veröffentlicht:

Die Wahl der antithrombotischen Therapie werde bei Patienten mit akutem Koronarsyndrom (ACS) am besten anhand einer Risikoeinschätzung getroffen, hat Professor Heribert Schunkert aus Lübeck bei einer Veranstaltung von Nycomed in Mannheim gesagt. Dafür wird das individuelle Ischämie-Risiko eines Patienten seinem möglichen Blutungsrisiko gegenübergestellt. Im Prinzip muss umso stärker antikoaguliert werden, je größer die Gefahr für Minderdurchblutung ist.

Das Ischämie-Risiko wird mit Hilfe des sogenannten TIMI-Scores bestimmt, der Risikofaktoren wie höheres Alter, Troponinerhöhung und ST-Strecken-Veränderung berücksichtigt. Für das Blutungsrisiko gibt es keinen so einfachen Score, es hängt unter anderem mit dem Lebensalter, dem Körpergewicht und der Nierenfunktion zusammen. "Es ist aber wichtig, ein mögliches Blutungsrisiko zu berücksichtigen, denn bei Blutungen nach PCI verdreifacht sich das Sterberisiko", so Schunkert. Größere Blutungen sind durch einen Hämoglobin-Abfall von mehr als 5 g/dl oder einen Verlust von etwa zwei Litern Blut gekennzeichnet.

Bei hohem Blutungsrisiko empfiehlt Schunkert eine Antikoagulation mit dem direkten Thrombinhemmer Bivalirudin (Angiox®), der bei hohem Ischämierisiko mit einem GP-IIb/IIIa-Hemmer kombiniert werden kann. "Bivalirudin wirkt so zuverlässig antithrombotisch wie unfraktioniertes Heparin, führt aber seltener zu Blutungen", so Schunkert. Dies belegt eine Studie mit interventionell behandelten Patienten mit akutem Koronarsyndrom. Die Patienten hatten zu einer Basistherapie Bivalirudin oder das Enoxaparin plus einen GPIIb/IIIa-Hemmer erhalten. Mit Bivalirudin-Gruppe hatten drei Prozent eine größere Blutung im ersten Monat, so viele wie im Vergleichsarm.



STICHWORT

TIMI Score

Folgende Parameter werden für den TIMI-Score bei Nicht-ST-Hebungs-Myokardinfarkt erhoben (JAMA 284, 2000, 835): Alter ab 65 Jahren, Zahl der kardiovaskulären Risikofaktoren, KHK, ST-Senkung bei Aufnahme, mehr als eine Schmerzepisode in 24h, anteriore ST-Hebung oder Linksschenkelblock, erhöhte Herzenzyme. (eb)

Schlagworte:
Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: Daten zur lipidologischen Versorgung von Patientinnen und Patienten mit hohem kardiovaskulärem Risiko aus der VESALIUS-REAL-Studie

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [7]

Kardiovaskuläre Prävention

Frühe Risikoidentifikation und konsequentes Lipidmanagement

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Amgen GmbH, München
SCD-PROTECT-Studie-- Frühe Phase nach Diagnose einer Herzinsuffizienz – deutlich höheres Risiko für den plötzlichen Herztod als in der chronischen Phase.

© Zoll CMS

SCD-Schutz in früher HF-Phase

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: ZOLL CMS GmbH, Köln
Abb. 1: Risikoreduktion durch Bempedoinsäure gegenüber Placebo in der CLEAR-Outcomes-Studie für den primären 4-Komponenten-Endpunkt (A) und den sekundären 3-Komponenten-Endpunkt (B) stratifiziert nach Diabetes-Status

© Springer Medizin Verlag

Diabetes mellitus

Bempedoinsäure: Benefit für Hochrisiko-Kollektive

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Daiichi Sankyo Deutschland GmbH, München
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Update der S3-Leitlinie

Neue Empfehlung in der Sepsis-Therapie

Lesetipps
Apixaban, ein orales Antikoagulans zur Behandlung und Vorbeugung von Blutgerinnseln sowie zur Vorbeugung von Schlaganfällen bei Vorhofflimmern.

© Soni's / stock.adobe.com

Vergleich bei dreimonatiger Therapie-Zeit

Apixaban vs. Rivaroxaban: Welches DOAK hat das geringere Blutungsrisiko?