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Donepezil bewährt sich als Demenz-Therapie im Praxis-Alltag

BARCELONA (mal). Die Therapie mit dem Cholinesterasehemmer Donepezil ist für Alzheimer-Kranke auch dann gut wirksam und gut verträglich, wenn außer der Demenz noch andere Krankheiten vorliegen oder zusätzlich andere Arzneien genommen werden. Das belegt eine Studie, in der in fast 250 Studienzentren in 18 Ländern Daten von 1113 Alzheimer-Kranken erhoben worden sind.

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Die neue Studie spiegle die Anwendung von Donepezil (Aricept®) in der täglichen Praxis besser wider als es für vorangegangene Placebo-kontrollierte Studien gilt, betonen die Forscher um Mercè Boada-Rovira aus Barcelona. Denn in den kontrollierten Studien hätten strenge Einschlußkriterien gegolten.

    Jeder fünfte Studienteilnehmer nahm mindestens fünf Arzneien.
   

Im Gegensatz dazu wurden in der neuen Studie die Einschlußkriterien weit gefaßt. So konnten auch Demenz-Kranke etwa mit Diabetes, Hypertonie oder Schilddrüsen-Krankheit aufgenommen werden (Drugs Aging 21, 2004, 43). Alle Patienten erhielten zunächst vier Wochen lang täglich 5 mg Donepezil. Danach konnte die Dosierung bei Bedarf und guter Verträglichkeit auf täglich 10 mg erhöht werden. Bei 65 Prozent der Studienteilnehmer wurde diese Dosiserhöhung auch vorgenommen.

Nach zwölf Wochen konnten die Daten von 989 Alzheimer-Kranken ausgewertet werden. Die Forscher stellten fest, daß 67 Prozent der Patienten außer der Demenz noch mindestens eine weitere Erkrankung hatten und daß 72 Prozent außer Donepezil mindestens ein weiteres, 54 Prozent mindestens drei weitere und 21 Prozent mindestens fünf weitere Arzneimittel bekamen. Am häufigsten waren das Mittel gegen rheumatische Erkrankungen und Gicht, Antihypertensiva und Antidepressiva.

Mit einer Besserung um im Mittel 1,7 Punkte im Mini-Mental-Status-Test (MMST) nach zwölfwöchiger Therapie bei einem mittleren MMST-Ausgangswert von 18,7 Punkten sei der Effekt von Donepezil auf die kognitive Leistungsfähigkeit signifikant und ähnlich dem in Placebo-kontrollierten Studien gewesen, berichten die Forscher.

Auch die Kommunikationsfähigkeit der Patienten und etwa ihr Interesse an angenehmen Alltags-Aktivitäten hätten sich signifikant gebessert. Die Abbruchrate aufgrund unerwünschter Effekte sei trotz hoher Komorbidität und Komedikation mit fünf Prozent nicht größer als in einer früheren zwölfwöchigen, Placebo-kontrollierten Studie (5,5 Prozent) gewesen; Rate und Art der unerwünschten Effekte ähnelten denen in Placebo-kontrollierten Studien.

Die auch jetzt in der offenen Studie beobachteten Besserungen etwa bei der Kommunikationsfähigkeit, seien wichtig, da sie den Alltag nicht nur der Patienten selbst, sondern auch den der Pflegepersonen und Angehörigen positiv beeinflussen können, betonen die Forscher.

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