Impfen

Doppelte Immunisierung gegen Hepatitis B schützt Säuglinge

KOPENHAGEN (hub). Neugeborene von Müttern mit chronischer Hepatitis B sollten gegen die Viruskrankheit geimpft werden, betonen Forscher aus Kopenhagen. Die Kombination von aktiver und passiver Immunisierung schütze vor der Infektion mit Hepatitis-B-Viren (HBV).

Veröffentlicht: 21.02.2006, 08:00 Uhr

Die Forscher haben in einer Metaanalyse 29 Studien bewertet, in denen Kinder von Müttern mit chronischer Hepatitis B auf eine HBV-Infektion untersucht worden waren (BMJ online 27. 01.). In den Studien hatten die Neugeborenen entweder nur eine aktive Impfung erhalten, nur Antikörper (IgG) gegen HBV, eine Kombination von beidem oder keine Therapie.

    Aktive Impfung plus IgG senkt das Infektionsrisiko drastisch.
   

Die Antikörper allein schützten jedes zweites Kind vor einer Infektion. Wurden die Kinder nur geimpft, war das Infektionsrisiko um 72 Prozent niedriger als bei unbehandelten Kindern, mit Impfung plus IgG um 92 Prozent. Da eine HBV-Infektion Neugeborener zu 90 Prozent chronisch verläuft mit dem Risiko von Zirrhose und Leberkrebs, betonen die Forscher den Nutzen der Kombination aus aktiver und passiver Immunisierung.

In Deutschland sehen die Mutterschaftrichtlinien vor, bei Schwangeren nach der 32. Schwangerschaftswoche das Blut auf Hepatitis-B-Oberflächen-Antigen (HBsAg) zu untersuchen. Ist das Ergebnis positiv, soll das Neugeborene unmittelbar post partum aktiv und passiv immunisiert werden. Eine begonnene Impfung sollte vervollständigt werden, so die Ständige Impfkommission (STIKO).

Bei Schwangeren mit unbekanntem HBsAg-Status rät die STIKO, ebenfalls unmittelbar post partum die Grundimmunisierung mit einem HB-Impfstoff zu starten. Werde nachträglich festgestellt, daß die Mutter HBsAg-positiv ist, kann beim Neugeborenen innerhalb von sieben Tagen postnatal die passive Immunisierung nachgeholt werden.

Die WHO schätzt, daß in Deutschland 3000 bis 6000 Kinder pro Jahr von HBsAg-positiven Müttern geboren werden. In etwa 1250 Fällen sei der HBsAg-Status der Mütter bei der Geburt unbekannt (Scan J Inf Dis, 37, 2005, 549).

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