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Kommentar zur Tau-Forschung

Dringender Neustart nötig

Von Thomas Müller Veröffentlicht:

Das Desaster könnte schlimmer kaum sein: Jahrelang hatte die klinische Alzheimerforschung ein einziges Ziel im Blick: Beta-Amyloid. Fast ein Dutzend Wirkstoffe wurden darauf angesetzt, keiner konnte die Demenz stoppen. Es ist also ein Neustart nötig, und drei Punkte sind dabei wichtig:

Erstens: Inzwischen hat man Medikamente entwickelt, die Beta-Amyloid wirksam blockieren. Sie nützen Alzheimerkranken zwar nichts, aber es gibt viele Hinweise, dass man sie präklinisch einsetzen müsste, um damit den Ausbruch der Demenz zu verhindern oder zu verzögern. Diese Chance sollte man jetzt nicht vertun und Präventionsstudien konzipieren.

Zweitens: Die Forschung darf sich nicht länger auf ein einzelnes Zielmolekül beschränken, sie muss auch alternative Wege beschreiten. Es hat lange gedauert, bis es zu einer Phase-III-Studie mit einem Tau-Hemmer kam.

Drittens: Wir wissen immer noch zu wenig über Alterungsprozesse und Demenz. Am CERN in Genf arbeiten Tausende Wissenschaftler Hand in Hand daran, die letzten Geheimnisse der Materie zu entschlüsseln.

Wieso gibt es ein solches Projekt nicht in der Demenzforschung? Ein wirksames Mittel gegen Alzheimer sollte uns solche Mühen allemal wert sein.

Lesen Sie dazu auch den Bericht: Alzheimer: Tau-Forscher wittern Morgenluft

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