Medikationsplan kontrollieren

Ein guter Knochen-Job

Von Robert Bublak Veröffentlicht: 07.09.2016, 12:31 Uhr

Fragilitätsfrakturen werden oft durch Bagatelltraumen ausgelöst. Die Brüche selbst sind freilich alles andere als Bagatellen. Meist sind es alte Knochen, die auf diese Weise brechen. Und für Senioren kann jeder größere Knochenbruch auf längere Sicht Rollstuhl, Pflegebett oder noch Schlimmeres bedeuten.

Medikamente tragen nicht wenig zum Risiko für solche Frakturen bei. Sie tun das beispielsweise, indem sie die Sturzgefahr erhöhen, oder dadurch, dass sie die Knochendichte mindern. Die Palette an betroffenen Substanzen ist groß.

Erst kürzlich sind Thiaziddiuretika unter Verdacht geraten, Wirbel leichter brechen zu lassen. Dabei galten sie bislang - zumindest mit Blick auf Unterarm und Oberschenkelhals – als frakturprotektiv.

Medizinisch betrachtet sollte die erste Fragilitätsfraktur eines Patienten, so sie sich schon nicht hat verhindern lassen, wenigstens auch seine letzte sein. Dabei kann es helfen, den Medikationsplan der Betroffenen nochmals auf mögliche Kürzungen bei solchen Präparaten hin durchzusehen, die Knochenbrüche begünstigen.

Wie die Ergebnisse einer Studie vermuten lassen, geschieht das zu selten. Dabei wäre das Überprüfen der Verordnungen gewiss kein Knochenjob. Ein guter Job für die Knochen aber wär's allemal.

Lesen Sie dazu auch: Nach Fragilitätsfraktur werden riskante Pillen selten verbannt

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