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KOMMENTAR

Eine Op gibt es nur für wenige Adipöse

Wolfgang GeisselVon Wolfgang Geissel Veröffentlicht:

"Chirurgie ist nicht die Lösung für Adipositas in Deutschland, aber für Betroffene ist es im Moment die einzige Lösung", sagt Professor Rudolf Weiner aus Frankfurt am Main. Wer sich einmal im Leben einen BMI über 40 angefuttert hat, der kann nur mit lebenslanger Kasteiung substanziell abnehmen und das erreichte Gewicht auch halten. Auch hoch motivierte und wesentlich weniger dicke Menschen bewältigen nur selten eine solche Umstellung.

Durch Folgekrankheiten wie Typ-2-Diabetes, Herzkreislauf- und psychische Leiden haben Menschen mit morbider Adipositas eine miserable Lebensqualität, die Lebenserwartung ist um 20 Jahre reduziert. Chirurgische Verfahren wie Magenband oder Mabenbypass sollten deshalb auch in Deutschland öfter genutzt werden können.

Dazu ist es nötig, dass die Eingriffe in den Leistungskatalog der GKV aufgenommen werden. Da sich Typ-2-Diabetes durch Gewichtsreduktion nach Op meist beseitigen lässt, könnten sich die Kosten des Eingriffs allein durch Einsparung von Insulin schon nach acht Monaten amortisieren, sagt Weiner.

Über eine Million Menschen in Deutschland haben morbide Adipositas. Allein aus Kapazitätsgründen kommen deshalb chirurgische Verfahren nur für eine Minderheit davon infrage, wie das Beispiel USA zeigt. Dort wird zwar 20-mal häufiger operiert als bei uns, trotzdem hat dort nur ein Prozent aller morbid Adipösen die Chance auf einen Eingriff.

Lesen Sie dazu auch: Chirurgie rettet vielen Adipösen das Leben

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