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Eisenmangel ist leicht zu beheben

Eisenmangel bei Schwangeren ist leicht und kostengünstig zu verhüten. Ab der 10. Woche wird die Einnahme oraler Eisenpräparate empfohlen.

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NEU-ISENBURG (eb). Eisenmangel und Eisenmangelanämie stellen weltweit ein bedeutendes Gesundheitsproblem gerade auch für Frauen im gebärfähigen Alter und für Schwangere dar, mahnen Gynäkologen um Dr. Wolf Kirschner aus Berlin (Der Gynäkologe 2011; 9: 759).

Eine Anämie in der Schwangerschaft liegt vor, wenn der Hämoglobinwert (Hb-Wert) im ersten und dritten Trimenon < 11 g/dl und im zweiten < 10,5 g/dl beträgt.

Der (zunächst) über das Serumferritin zu bestimmende Eisenmangel zeigt bei Werten < 30 µg/l insuffiziente und bei Werten < 12 µg/l entleerte Eisenspeicher an.

Eine Eisenmangelanämie tritt etwa acht Wochen nach der Entleerung der Eisenspeicherreserven auf.

Verminderte Ferritinkonzentration

In Deutschland gibt es keine aktuellen und repräsentativen Daten über die Häufigkeiten des Eisenmangels und der Eisenmangelanämie in der Schwangerschaft.

Epidemiologische Untersuchungen in den Industrienationen zeigen, dass 10 bis 30 Prozent der Frauen im gebärfähigen Alter eine verminderte Ferritinkonzentration und 1,5 bis 14 Prozent eine Eisenmangelanämie haben.

Berechnet man Mittelwerte der Prävalenzen aus Studien mit angegebener Fallzahl und Punktschätzung, so ergibt sich eine Häufigkeit des Eisenmangels unter Schwangeren von 48 Prozent und eine Eisenmangelanämieprävalenz von 9 Prozent.

Höhere Prävalenz des Eisenmangels

Eine Berliner Studie ergab, dass 14 Prozent der Schwangeren vor der Entbindung einen Hb-Wert < 11 g/dl und 19 Prozent ein Ferritin < 12 µg/l aufwiesen.

In eigenen Untersuchungen mit Frauen im gebärfähigen Alter wiesen die Experten eine Prävalenz des Eisenmangels und der Eisenmangelanämie von im Mittel 22 bzw. 4 Prozent nach.

Dies zeige, dass ein nicht unerheblicher Teil der Frauen mit bereits herabgesetzten Ferritinwerten in die Schwangerschaft geht und sich die Häufigkeiten von Mangelzuständen und Krankheit in der Schwangerschaft verdoppeln, so die Experten.

Einfache Möglichkeit der Prophylaxe

Der Grund liegt in der zunehmenden Dysbalance zwischen dem stark zunehmenden, dreifach erhöhten Eisenbedarf in der Schwangerschaft und der oft gleichbleibenden nutritiven Eisenaufnahme.

Eisenmangel ist leicht und kostengünstig zu verhüten. Die Experten empfehlen eine Eisenmangelprophylaxe bei allen Schwangeren ab der 10. Schwangerschaftswoche mit 30 bis 40 mg pro Tag als Einzeldosis eines gut verträglichen und bioverfügbaren oralen Eisenpräparates - außer bei Frauen mit Ferritinwerten > 70 µg/l.

Die Experten plädieren außerdem für eine generelle Ausschlussdiagnostik der Anämie und des Eisenmangels durch Hämoglobin- und Ferritin-Konzentrationsbestimmungen im Blut bzw. im Serum im ersten, zweiten und dritten Trimenon.

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