Gynäkologie

Entschädigung für 13.816 zwangssterilisierte Nazi-Opfer

Rund 55 Millionen Euro sind an Menschen geflossen, die als Opfer des Rassenwahns der Nazis zwangssterilisiert wurden.

Veröffentlicht:

BERLIN (fst). Opfer von Zwangssterilisationen in der NS-Zeit haben ingesamt bisher Zahlungen in Höhe von 55,8 Millionen Euro erhalten. Das hat die Bundesregierung in der Antwort auf eine parlamentarische Anfrage der Links-Fraktion berichtet.

Ausdrücklich heißt es darin, dass sich "erlittenes Unrecht durch keinerlei Geldleistung wiedergutmachen lässt".

Insgesamt 13816 Menschen, die im Zuge der "Euthanasie" der Nationalsozialisten zwangssterilisiert worden sind sowie 333 Personen, die als "Euthanasie"-Geschädigte anerkannt sind, haben Einmalzahlungen nach dem Allgemeinen Kriegsfolgengesetz in Höhe von 5000 DM oder 2556 Euro erhalten.

Insgesamt 9604 Menschen, die zwangssterilisiert wurden, haben bislang monatliche Zahlungen bezogen. Deren Höhe beträgt seit Anfang vergangenen Jahres 291 Euro. Zuletzt haben 482 Überlebende einer Zwangssterilisierung diese Leistung bezogen.

Der Bundestag hat in Entschließungen 1988 und 1994 die Zwangssterilisationen, die im Zuge des "Erbgesundheitsgesetzes" aus dem Jahr 1933 vorgenommen wurden, als NS-Unrecht verurteilt.

Entschädigungen nur in bestimmten Fällen für Kinder der Opfer

Die genaue Zahl der durch "Euthanasie"-Verbrechen zwischen 1933 und 1945 getöteten Menschen ist nicht bekannt. Die Bundesregierung verweist auf ein Forschungsprojekt des Bundesarchivs, das die Zahl der Ermordeten mit 200.000 angibt.

Die Bundesregierung hält an ihrer Rechtsauffassung fest, dass nur solche Menschen einmalige oder laufende Zahlungen erhalten, die unmittelbar Opfer des NS-Unrechts geworden sind. Ausnahmen seien nur in bestimmten Fällen für Kinder der Geschädigten möglich.

Die Linksfraktion dagegen ist der Auffassung, dass auch Kinder und andere Angehörige der Opfer unmittelbar betroffen seien und das Recht auf laufende Zahlungen haben sollten.

Mehr zum Thema

Behandlungsfehler

Kein Alarmknopf im Kreißsaal? Kann teuer werden

Kommentare

Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Jetzt anmelden / registrieren »

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

» kostenlos und direkt in Ihr Postfach

Am Morgen: Ihr individueller Themenmix

Zum Feierabend: das tagesaktuelle Telegramm

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen
Viele positive Reaktionen auf Karl Lauterbachs Nominierung zum Bundesgesundheitsminister. Aber auch große Erwartungen.

© Michael Kappeler/dpa

Gesundheitsfachleute zum neuen Gesundheitsminister

„Wir als Ärzteschaft wissen, was wir an Lauterbach haben“

Scholz bringt Wissenschaft gegen Populismus in Stellung

© Michaela Illian

Leitartikel zum neuen Gesundheitsminister

Scholz bringt Wissenschaft gegen Populismus in Stellung

Die Coronakrise hat den Pflegekräften an der Charité zugesetzt. Um sie zu unterstützen, gehören inzwischen zehn Psychologen zum Team. Sorgen können dadurch unkompliziert in den Pausen angesprochen werden.

© Alexander Raths / stock.adobe.com

Supervision an der Kaffeetasse

Wie die Charité ihren COVID-Kräften Beistand leistet