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Erfolg bei Brustkrebs vor allem durch Arzneien

NEU-ISENBURG (nsi). Die Sterberate durch Brustkrebs hat in Deutschland seit 1990 um 20 Prozent abgenommen, obwohl die Inzidenz der Erkrankung weiter steigt. Die gestiegenen Überlebensraten von Frauen mit Brustkrebs lassen sich nach aktuellen Daten zu etwa 60 Prozent auf eine bessere, vor allem systemische Therapie mit Medikamenten zurückführen, sagt Professor Manfred Kaufmann von der Uniklinik in Frankfurt am Main.

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Nur zu etwa 40 Prozent sei die verringerte Sterberate bei Frauen mit Brustkrebs auf eine verbesserte Früherkennung zurückzuführen. "Immer noch operieren wir fast täglich Frauen mit gut tastbaren, zwei bis drei Zentimeter großen Tumoren in der Brust", sagte der Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Gynäkologische Onkologie (AGO) bei einer Tagung der AGO in Neu-Isenburg.

Die Aufmerksamkeit der Frauen für ihre Brust konzentriere sich vor allem auf ästhetische Aspekte. Kaufmann: "Es gab in Deutschland noch nie so viele Schönheitsoperationen an der Brust wie heute, das Gesundheitsbewußtsein ist jedoch nicht gewachsen."

Die AGO hat bei der Tagung die Aktualisierung der Leitlinie Mamma-Karzinom diskutiert. Die Leitlinie sei eine Grundlage für die Qualitätssicherung bei der Versorgung brustkrebskranker Frauen, betonte Professor Christoph Thomssen von der Universitätsklinik Halle-Wittenberg, designierter Sprecher der Organkommission "Mamma" der AGO.

Die AGO bedauere, daß es in Deutschland noch immer kein einheitliches, überregionales Tumorregister gebe. Kein Ersatz, aber eine Unterstützung für die Qualitätssicherung sei das Westdeutsche Brust-Centrum (WBC), das an der Düsseldorfer Universitätsklinik angesiedelt sei. Vom WBC ausgehend sei eine Datenbank entwickelt worden, die anonymisiert derzeit etwa 40 Prozent der jährlich neu diagnostizierten Mamma-Karzinome enthalte, also die Daten von etwa 21 000 Frauen.

Gespeichert werden Befunde, Therapien und Krankheitsverläufe auf der Basis von Untersuchungen mindestens ein Mal pro Jahr. "Wir streben an, die Hälfte der jährlich etwa 50 000 in Deutschland neu erkrankten Frauen zwecks Qualitätskontrolle zu erfassen", so Thomssen. Jährlich sterben etwa 18 000 Frauen in Deutschland an Brustkrebs.

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