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Schilddrüsenkarzinom

Erfolg bei Resistenz gegen Radiojod

Onkologen hoffen, mit einem neuartigen Tyrosinkinasehemmer bei radiojodrefraktärem Schilddrüsenkrebs doch noch einen Therapieerfolg erzielen zu können.

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BASEL. Etwa 90 Prozent der Patienten mit einem lokalisierten differenzierten Schilddrüsenkarzinom sind durch Operation und Radiojodtherapie heilbar. Zugelassen zur Therapie des medullären Schilddrüsenkarzinoms sind die Tyrosinkinasehemmer Vandetinib und Cabozantinib. Bei einer kleinen Gruppe der Patienten mit fortgeschrittenem Schilddrüsenkarzinom besteht allerdings eine Radiojodresistenz. Ein fehlendes Radiojod-Uptake ist mit einer schlechten Prognose assoziiert.

Hoffnung setzen Onkologen und Endokrinologen nun auf den Tyrosinkinasehemmer Selumetinib, mit dem sich in einer Pilotstudie vor knapp zwei Jahren die Radiojodaufnahme doch noch steigern ließ, wie Professor Ralf Paschke von der Universität von Calgary in Kanada während der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Hämatologie und Onkologie (DGHO) in Basel berichtet hat. Durch die Therapie hätten Lungen- und Knochenmetastasen des Schilddrüsenkarzinoms Radiojod aufgenommen und seien dann einer weiteren Therapie zugänglich gewesen, so der Experte.

Die Untersuchung aus New York ist Anlass für eine Studie von Paschke und seinen Kollegen, an der Patienten mit einem hohen primären Rezidivrisiko von etwa 70 Prozent und relativ großen Tumoren teilnehmen.

"Im Unterschied zu früheren Studien wird der Tyrosinkinaseinhibitor vor der ersten Radiojodtherapie eingesetzt und nicht erst nach wiederholten Radiojodtherapien, wenn diese nicht mehr funktionieren", sagte der kanadische Onkologe bei der DGHO-Tagung in Basel. Auch der Endpunkt der Studie ist ein anderer: Es soll mit der Strategie eine komplette Remission erreicht werden. Paschke: "Das ist eher eine gezielte Therapie des Schilddrüsenkarzinoms." Die Ergebnisse der Studie werden im Jahr 2018 erwartet. (ple)

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