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Takotsubo-Syndrom

Erfolg in der Forschung zum Broken-Heart-Syndrom

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GÖTTINGEN. Göttinger Herzforschern ist es gelungen, genetische Ursachen des "Broken-Heart-Syndrom" zu identifizieren (JACC 2017;70:975–91). Schmerzen in der Brust, Luftnot, erhöhte Herzenzymwerte im Blut und Veränderungen im EKG – in akuten Fällen deuten die Symptome zunächst auf einen Herzinfarkt hin. Doch etwa zwei Prozent aller Patienten mit der Verdachtsdiagnose Herzinfarkt leiden eigentlich an einer lebensbedrohlichen Funktionsstörung des Herzens mit ähnlichen Symptomen: Das Takotsubo-Syndrom (TTS) wird auch "Broken-Heart-Syndrom" genannt. Es tritt nach einer starken seelischen Belastung, wie Trauer oder Liebeskummer, auf. Betroffen sind überwiegend Frauen nach der Menopause. Wie dieses Syndrom entsteht, weiß man bislang nicht. Die zugrunde liegenden Mechanismen waren bisher noch völlig unklar und Therapieansätze wenig erfolgreich.

Forschern der Universitätsmedizin Göttingen (UMG) ist es nun gelungen, neue und grundlegende Erkenntnisse über die Ursachen der Erkrankung und für eine Behandlungsmöglichkeit des "Broken-Heart-Syndrom" zu bekommen. Sie haben neuartige Signalwege identifiziert und können auch bisher vermutete Annahmen für eine genetische Prädisposition untermauern, wie die Universitätsmedizin Göttingen mitteilt. Die Erkenntnisse der Göttinger Forscher beruhen auf Untersuchungen von Stammzellen von an "Broken-Heart-Syndrom" erkrankten Patienten, aus denen schlagende Herzzellen hergestellt wurden.

"Die Identifizierung von bisher unbekannten Signalwegen ist für die Entwicklung neuer Therapieverfahren von besonderer Bedeutung. Mit Hilfe von in der Kulturschale hergestellten Stammzellen und Herzgewebe von betroffenen Patienten konnten wir erstmals die molekularen Mechanismen der Takotsubo-Kardiomyopathie auf Patienten-spezifischer Ebene sichtbar machen", wird Dr. Katrin Streckfuß-Bömeke zitiert, Senior-Autorin der Publikation und Leiterin der Arbeitsgruppe "Translationale Stammzellforschung"der Klinik für Kardiologie und Pneumologie. Die aus Stammzellen von "Broken-Heart-Syndrom"-Patienten hergestellten Herzzellen weisen eine erhöhte ß-adrenerge Signalweiterleitung und eine bis auf das Sechsfache des Normalwerts gesteigerte Sensitivität auf Stresshormone (Katecholamine) auf, teilt die Universitätsmedizin Göttingen zur Veröffentlichung der Studie mit. Diese zwei Mechanismen wurden von den Forschern als typisch für an "Broken-Heart-Syndrom"-Erkrankte identifiziert.

In ihrer Studie hätten die Göttinger Herzforscher außerdem die Hypothese bestätigt, dass aufgrund familiärer Häufung eine genetische Komponente für das "Broken-Heart-Syndrom"zugrunde liegt. Ihre Forschung zu den Ursachen des "Broken-Heart-Syndrom"führten die Göttinger Herzforscher an in der Kulturschale hergestelltem Herzgewebe aus Zellen von Patienten durch, die an dem"Broken-Heart-Syndrom"erkrankt sind. Diese sogenannten "induzierten pluripotenten Stammzell-Kardiomyozyten"(iPSC-KMs) wurden aus Haut- oder Blutbiopsien von Patienten gewonnen und unter definierten Bedingungen zu schlagenden Herzmuskelzellen generiert."Da sie dasselbe genetische Material wie die zuvor entnommenen Zellen des Patienten enthalten, ist es möglich, die Eigenschaften der hergestellten Herzmuskeln mit dem Phänotyp des Takotsubo-Patienten in Beziehung zusetzen. So werden die funktionellen Eigenschaften der TTS-Herzmuskelzellen sichtbar und messbar", so Thomas Borchert, Erstautor der Publikation und wissenschaftlicher Mitarbeiter in der AG Streckfuß-Bömeke, Klinik für Kardiologie und Pneumologie der UMG, in der Mitteilung. Der Einsatz von Patienten-spezifischen iPSC-KMs erschien dem Forscherteam daher besonders erfolgsversprechend, um einen genetischen Zusammenhang bei TTS zu untersuchen.

Die Zellen für die Grundlagenforschung stammten von ausgewählten Patienten im"Internationalen Takotsubo Register" aus Zürich und Göttingen.

"Auf Basis dieser Arbeit wollen wir nun genetische Faktoren für eine Vorbelastung in einer großen TTS-Patienten-Kohorte identifizieren und therapeutische Langzeit-Behandlungsmethoden entwickeln", so Streckfuß-Bömeke in der Mitteilung der Universitätsmedizin Göttingen. Zudem soll die Wirkweise von verschiedenen Medikamenten auf die erkrankten Herzzellen weiter erforscht werden.(eb)

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