Erfolg mit Magnetstimulation bei hartnäckiger Depression

BERLIN (gvg). Die Behandlung depressiver Patienten mit repetitiver transkranieller Magnetstimulation (rTMS) war bisher nur mäßig erfolgreich. Eine neue Studie deutet jetzt auf Erfolge bei schwer depressiven Patienten mit medikamentöser Therapieresistenz.

Veröffentlicht:

"Wir haben jetzt Daten, die zeigen, dass die rTMS bei diesen Patienten Erfolg verspricht", sagte Privatdozent Frank Padberg von der Ludwig-Maximilians-Universität München. Die Daten stammen aus einer kürzlich publizierten multizentrischen Studie in den USA, Kanada und Australien. Padberg berichtete darüber auf der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde (DGPPN) in Berlin.

Insgesamt 301 Patienten mit unipolarar Depression hatten teilgenommen. Im Mittel hatten sie bei zwei medikamentösen Therapieversuchen nicht auf die üblichen Psychopharmaka angesprochen. In der Studie wurden sie darauf hin ohne zusätzliche Arzneien mit rTMS therapiert, und zwar mit 10 Hz. Die Stimulationsintensität lag bei maximal 120 Prozent, bezogen auf die individuelle motorische Schwelle. In einer Kontrollgruppe wurde mit einer Apparatur gearbeitet, die eine doppelte Verblindung von Ärzten und Patienten erlaubte (Schein-Stimulation).

Nach sechs Wochen waren bei Patienten mit rTMS die Symptome im Vergleich zur Gruppe mit Schein-Stimulation stärker zurückgegangen. Erhoben wurde zum einen die Montgomery-Asberg-Depression-Skala (MADRS) und zum anderen der Hamilton-Score (HAMD-17). "Beim MADRS gab es einen deutlichen Trend zugunsten der Intervention, beim HAMD-17 war der Unterschied auch statistisch signifikant", so Padberg in Berlin.

Wenngleich er diese Ergebnisse ermutigend findet, sieht Padberg dennoch Bedarf für eine Weiterentwicklung der Stimulationsmethode. So werde derzeit aus historischen Gründen in erster Linie der linke präfrontale Kortex stimuliert, obwohl die moderne Bildgebung zeige, dass auch andere Areale an depressiven Episoden beteiligt sind. Interessant könne zum Beispiel eine bilaterale Stimulation sein, so Padberg.

Mehr Infos über die Webseite der "Ärzte Zeitung" : Transkranielle Magnetstimulation im Suchfeld eingeben!

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

„ÄrzteTag extra“-Podcast

Der hypogonadale Patient in der Hausarztpraxis

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Besins Healthcare Germany GmbH, Berlin
Kommentare
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Vorschau aufs Wochenende

Herzkongress ESC 2025: Diese neuen Studien stehen im Blickpunkt

Lesetipps
Ein Hausarzt lädt in seiner Praxis Dokumente in eine elektronische Patientenakte

© Daniel Karmann/dpa

Stichtage rücken näher

Warum es sich für Praxen lohnt, vor dem 1. Oktober in die ePA einzusteigen

Systeme zur kontinuierlichen Glukosemessung sind zwar hoch akzeptiert, aber komplett verzichten kann man auf die HbA1c-Messung (noch) nicht.

© stivog / stock.adobe.com

Evolution der Therapiesteuerung

Diabetesmanagement: Das Ende des HbA1c-Werts?

Rezeptunterschrift? Immer eigenhändig. Immer!

© detailblick-foto / stock.adobe.com

Bundessozialgericht

Rezeptunterschrift gestempelt: Internist drohen 1,24 Millionen Euro Regress