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Hypertonie

Ergometer spürt Risikopatienten auf

Haben Patienten trotz antihypertensiver Therapie Blutdruckspitzen im Ergometertest, droht eine persistierende linksventrikuläre Hypertrophie.

Von Thomas Müller Veröffentlicht:

KASHIHARA. Wer unter körperlicher Belastung einen übermäßigen Blutdruckanstieg entwickelt, läuft Gefahr, eine Hypertonie und eine und linksventrikuläre Hypertrophie (LVH) zu entwickeln. Letztere ist bekanntlich prognostisch ungünstig und geht mit einer erhöhten Rate kardiovaskulärer Ereignisse einher. Oft kommt es nach Beginn einer antihypertensiven Behandlung zu einer Regression der LVH - jedoch nicht immer. Geht die LVH nicht zurück, sind die Betroffenen besonders gefährdet. Ein Marker für Blutdruckspitzen ist also sinnvoll.

Ärzte um Dr. Reiko Mizuno von der Universität in Kashihara in Japan haben untersucht, ob Blutdruckspitzen unter Belastung auch bei Patienten mit beginnender Hypertonietherapie für den LVH-Verlauf aussagekräftig sind (Heart 2016; 102: 849). Dazu haben sie 124 Patienten mit LVH, die erstmals auf Blutdrucksenker eingestellt wurden, ein Jahr lang regelmäßig untersucht.

Vier bis sechs Wochen nach Therapiebeginn sowie am Ende der Studie unterzogen sie die Patienten einem Laufbandtest nach dem Bruce-Protokoll. Als Blutdruckspitzen wurden systolische Wert über 210 mmHg (Männer) und 190 mmHg (Frauen) gewertet, sofern diese jeweils in der dritten Minute einer dreiminütigen Belastungsstufe auftraten. Ausgeschlossen waren Patienten mit einer bekannten Herzerkrankung. Das Alter der Teilnehmer lag im Schnitt bei 62 Jahren, der systolische Druck vor Therapiebeginn bei 156 mmHg.

51 Patienten zeigten bei der ersten Messung Blutdruckspitzen, 40 von ihnen auch bei der zweiten - nur Letztere wurden in der Analyse berücksichtigt. Von den 73 Patienten ohne Blutdruckspitzen bei der ersten Messung entwickelte kein einziger bei der zweiten Messung einen übermäßigen Blutdruckanstieg.

Die LVH ging dabei sowohl bei Patienten mit als auch ohne Blutdruckspitzen in Laufbandtests im Laufe der Studie signifikant zurück - allerdings war die Regression deutlich stärker bei den Hypertonikern ohne Blutdruckspitzen: Der linksventrikuläre Massenindex (LVMI) sank ohne Blutdruckspitzen von 126 g/m2 auf 109 g/m2, mit Blutdruckspitzen ging der LVMI nur von 126 g/m2 auf 118 g/m2 zurück. Eine Regression der LVH - definiert als Rückgang des LVMI ab 10 Prozent - wurde bei 48 Prozent der Patienten ohne und bei 18 Prozent mit Blutdruckspitzen beobachtet.

Die Studienautoren um Mizuno schlagen daher vor, nach Beginn einer Hypertonietherapie gezielt nach Blutdruckspitzen unter Belastung zu fahnden und gegebenenfalls die Therapie zu optimieren. Hauptziel einer antihypertensiven Behandlung sei schließlich nicht die Senkung des Drucks, sondern die Vermeidung von Organschäden durch den Bluthochdruck. Und dafür sei es wichtig, die LVH zu reduzieren.

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