Infekt der oberen Atemwege

Erkälteter COPD-Patient: Exazerbationen vermeiden!

Erkranken COPD-Patienten an einem akuten Infekt der oberen Atemwege, muss penibel auf eine mögliche Progredienz der Grunderkrankung geachtet werden.

Veröffentlicht: 17.11.2017, 18:00 Uhr

HACHENBURG. Es ist ein Teufelskreis: Mit jeder Exazerbation verschlechtert sich bei Patienten mit chronisch obstruktiver Lungenkrankheit (COPD) die Lungenfunktion, was wiederum das Risiko für eine erneute Exazerbation erhöht und letztlich die Prognose verschlechtert. Umso wichtiger ist es, bei COPD-Patienten, die sich eine Infektion der oberen Atemwege zugezogen haben, auf die Grunderkrankung zu achten, um eine Exazerbation im besten Fall verhindern oder, wenn nötig, effektiv behandeln zu können.

Den besten Schutz gewährleistet eine optimal eingestellte Therapie mit langwirksamen Beta-2-Agonisten (LABA) und langwirksamen Muskarinantagonisten (LAMA). Patienten, bei denen sich die Lungenfunktion im Krankheitsverlauf bereits mehrfach verschlechtert hat, sollte zusätzlich ein inhalatives Kortikosteroid empfohlen werden, wie der Internist Dr. Peter Stiefelhagen aus Hachenburg erklärt (MMW 2017; 159: 20).

Nehmen die COPD-Beschwerden während des Infektes zu, kann die laufende Behandlung mit Bronchodilatatoren intensiviert werden. Empfehlenswert ist laut aktueller GOLD-Leitlinie zudem eine orale Kortisontherapie mit 40 mg Prednison-Äquivalent pro Tag über fünf bis maximal sieben Tage. Ein anschließendes Ausschleichen der Therapie ist nicht erforderlich. Antibiotika sollten hingegen eher zurückhaltend verschrieben werden. Eine Therapie mit einem Betalaktamantibiotikum über fünf bis maximal sieben Tage ist nach den Ausführungen des Hachenburger Internisten aber immer dann erforderlich, wenn sich die Dyspnoe der Patienten verschlechtert, sich das Sputumvolumen beziehungsweise die Sputumfarbe verändert, der CRP-Wert auf das Acht- bis Zehnfache des Normwertes steigt oder wenn der betreffende Patient Fieber hat und sich matt und abgeschlagen fühlt.

Lässt sich trotz aller Bemühungen jedoch keine Besserung erkennen und klagt der Patient über schwere Atemnot, präsentiert sich in einem schlechten Allgemeinzustand oder verschlechtern sich seine Beschwerden rasant, sollte nicht lange gezögert werden und der Patient umgehend stationär eingewiesen werden. (dk)

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