Impfen

Erster Malaria-Impfstoff für Babys in Sicht

Veröffentlicht:

BARCELONA (eis). Auf dem Weg zu einem Malaria-Impfstoff für Entwicklungsländer sind Forscher einen großen Schritt weitergekommen. Ein Impfstoff mit Sporozoiten- Antigenen (RTS,S) hat sich in einer Studie mit Säuglingen als sicher und immunogen erwiesen.

Die Phase-II-Studie wurde im Süden von Mozambique gemacht, einer Region, wo Malaria-Infektionen häufig sind. Das berichten Dr. Pedro L. Alonso vom Barcelona Centre for International Health Research und seine Kollegen (Lancet 370, 1543, 2007). 214 Kinder wurden im Alter von 10, 14 und 18 Wochen dreimal geimpft, und zwar entweder mit dem Malaria-Impfstoff oder mit einem Hepatitis-B-Impfstoff (Kontrollgruppe).

Binnen drei Monaten danach infizierten sich 46 Kinder der Kontrollgruppe mit Malaria im Vergleich zu 22 Kindern in der Malaria-Impfgruppe. Insgesamt erkrankten binnen sechs Monaten nach der ersten Impfung 35 Prozent weniger Kinder in der Impfgruppe als in der Kontrollgruppe. Schwere Komplikationen durch die Impfung wurden nicht beobachtet. "In der Studie wurde zum ersten Mal belegt, dass ein Impfstoff bei Säuglingen mit intensivem Kontakt zu Plasmodium falciparum Malaria reduziert", betont Alonso.

In einer früheren Studie mit etwa 2000 Ein- bis Vierjährigen bot die Vakzine zwar nur einen 30-prozentigen Schutz gegen Malaria-Infektionen, aber gegen schwere Verläufe wie zerebrale Malaria wurde ein 58-prozentiger Schutz ermittelt. Besonders wirksam war die Vakzine bei den unter Zweijährigen, die zu 77 Prozent vor schwerer Malaria geschützt wurden.

Da der Impfstoff nur einen begrenzten Schutz vor Infektionen bietet, ist er für die Reisemedizin von eher geringer Bedeutung. In Afrika ist er jedoch hochwillkommen, da sich damit wahrscheinlich die hohe Zahl der Todesfälle bei kleinen Kindern verringern ließe. Der Impfstoff wird vom Unternehmen GlaxoSmithKline in Kooperation mit der PATH Malaria Vaccine Initiative und dem Manhiça Health Research Centre in Mozambique entwickelt. In diesem Jahr sollen Phase-III-Studien beginnen.

Mehr zum Thema

Corona-Studien-Splitter

Deutschland hat wenig zur COVID-Forschung beigetragen

Paul Ehrlich- und Ludwig Darmstaedter-Preis

Karikó, Türeci, Şahin: Die Wegbereiter der mRNA-Forschung

Das könnte Sie auch interessieren
Sie können die Anzahl an Impfanfragen kaum bewältigen?

© Doctolib

Digitales Impfmanagement

Sie können die Anzahl an Impfanfragen kaum bewältigen?

Anzeige | Doctolib GmbH
Tipps und Umsetzungshilfen für ein optimales Impfmanagement

© Doctolib / Corporate Design

Kostenloser Ratgeber

Tipps und Umsetzungshilfen für ein optimales Impfmanagement

Anzeige | Doctolib GmbH
50% Rabatt auf das digitale Impfmanagement von Doctolib

© Doctolib / Corporate Design

Exklusives Angebot

50% Rabatt auf das digitale Impfmanagement von Doctolib

Anzeige | Doctolib GmbH
Kommentare

Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Jetzt anmelden / registrieren »

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

» kostenlos und direkt in Ihr Postfach

Am Morgen: Ihr individueller Themenmix

Zum Feierabend: das tagesaktuelle Telegramm

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen
„Die HzV ist der beste Rettungsschirm!“: Hausärzteverbandschef Ulrich Weigeldt.

© Marius Becker / dpa / picture alliance

42. Deutscher Hausärztetag

Weigeldt: „Bitte keine Änderung an Paragraf 73b!“

Auch wer bei der Arbeit zwangsläufig den ganzen Tag am Computer sitzt, braucht wohl nicht befürchten, dass dies Netzhautschäden hervorruft.

© LVDESIGN / stock.adobe.com

„Mythos Blaulicht“

Augenschäden durch Bildschirmarbeit ist mehr Mythos als Realität