Vorpommern

Erstmals in Europa gefährliche Geflügelpest ausgebrochen

Ein hochansteckendes Vogelgrippe-Virus versetzt die Geflügelhalter in Unruhe. 31.000 Puten müssen in Vorpommern getötet werden. Wie die Seuche von Asien nach Deutschland kam, ist noch völlig unklar.

Veröffentlicht: 06.11.2014, 10:00 Uhr

HEINRICHSWALDE/SCHWERIN. Ein bisher nur aus Asien bekannter und gefährlicher Geflügelpest-Erreger ist in Deutschland aufgetaucht. Der betroffene Mastputenbetrieb mit etwa 31.000 Tieren in Mecklenburg-Vorpommern wurde gesperrt. Die Puten sind mit dem Influenzavirus vom Subtyp H5N8 infiziert.

In dem Betrieb in Heinrichswalde habe es seit Anfang des Monats erhöhte Todesraten gegeben, die sich in den vergangenen Tagen gesteigert hätten, sagte der Präsident des Friedrich-Loeffler- Instituts (FLI), Thomas Mettenleiter

Gefährdung für den Menschen nicht ausgeschlossen

Das FLI habe vier Experten in den Ort geschickt, die nach den Ursachen forschen. Zuletzt war 2008 ein hochpathogener H5-Erreger in Deutschland aufgetreten. "Wir müssen davon ausgehen, dass jeder hochpathogene Erreger auch eine Gefährdung für den Menschen darstellen kann", sagte Mettenleiter.

Für den H5N8-Erreger sei eine Übertragung auf den Menschen aber noch nicht beobachtet worden - auch nicht in Südkorea, wo bislang Hunderttausende Tiere getötet werden mussten. Experten sehen aber keinen Grund zur Panik.

Im Umkreis von 50 Kilometern müssen Geflügelhalter ihre Tiere von sofort an im Stall lassen. Eine entsprechende Verfügung hat das Landwirtschaftsministerium erlassen, wie ein Sprecher mitteilte. Auch Tierhalter in der Nähe von Wasserrastplätzen von Zugvögeln an Binnenseen und an der Ostseeküste müssen ihre Hühner, Enten oder Gänse einsperren.

Nach den Worten des Kreisamtstierarztes Holger Vogel in Anklam reicht das Gebiet über den Landkreis Vorpommern-Greifswald hinaus bis in die Uckermark (Brandenburg), die Mecklenburgische Seenplatte und bis nach Polen.

Erste Krankheitszeichen am Wochenende

Die ersten Krankheitsanzeichen habe es am vergangenen Wochenende gegeben, sagte Vogel. Endgültige Klarheit hätten aber erst Untersuchungen im Nationalen Referenzzentrum für aviäre Influenza beim FLI am Mittwoch gebracht. Die in fünf Ställen untergebrachten Tiere sollen mit Gas getötet, in geschlossenen Wagen abtransportiert und entsorgt werden.

Mehr zum Thema

Antivirales Medikament

Baloxavir beugt wirksam Influenza vor

In Corona-Zeiten

Grippeschutz wichtiger denn je

Prävention

Influenza plus COVID-19 – ein gefährlicher Mix!

Schlagworte
Kommentare

Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.
Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Newsletter bestellen »

Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte, Medizinstudenten, MFA und weitere Personengruppen viele Vorteile.

Die Anmeldung ist mit wenigen Klicks erledigt.

Jetzt anmelden / registrieren »

Top-Meldungen
Die Fronten im TI-Streit verhärten sich

Ministerium vs. Ärzteschaft

Die Fronten im TI-Streit verhärten sich

Spahn steckt Ziele für Europa ab

Tagung der EU-Gesundheitsminister

Spahn steckt Ziele für Europa ab

Gehört Kohlenmonoxid auf die Dopingliste?

Ausdauersport

Gehört Kohlenmonoxid auf die Dopingliste?

Diese Website verwendet Cookies. Weitere Informationen zu Cookies und und insbesondere dazu, wie Sie deren Verwendung widersprechen können, finden Sie in unseren Datenschutzhinweisen.  Verstanden