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Kommentar zu Demenz

Fatale Fehldiagnosen

Von Thomas Müller Veröffentlicht:

Eine rasch progrediente Demenz ist zwar recht selten, in solchen Fällen müssen aber alle Alarmglocken läuten - denn mit den üblichen Demenzen hat der schnelle Verfall von kognitiven Fähigkeiten wenig zu tun.

Ärzte sollten daher keinen diagnostischen Aufwand scheuen, um die Ursache des Problems herauszufinden, denn häufig lässt sich der zerstörerische Prozess stoppen, sobald klar ist, was da genau im Gehirn wütet.

Neben chemischen Toxinen sind zunehmend auch Autoimmun-Enzephalitiden als Auslöser in den Mittelpunkt gerückt. Bekannt ist inzwischen vor allem die Anti-NMDA-Rezeptor-Enzephalitis bei jungen Patienten.

Sie wurde 2007 erstmals beschrieben, inzwischen sind hunderte Fälle bekannt. Man darf davon ausgehen, dass die Krankheit auch schon vor 2007 aufgetreten ist, nur haben Neurologen und Psychiater dem unerklärlichen Zerfall wohl tatenlos zugesehen.

US-Forscher beschreiben nun einen Fall von Anti-GAD-Enzephalitis, die verblüffend einer Creutzfeldt-Jakob-Krankheit ähnelte. Man kann nur ahnen, wie viele solcher Patienten in der Vergangenheit fehldiagnostiziert wurden - mit fatalen Folgen.

Dank moderner Diagnostik lassen sich die komplett heilbaren Enzephalitiden gut erkennen. Man muss diese Diagnostik nur nutzen.

Lesen Sie dazu auch: Demenz-Symptome: Nicht immer steckt Demenz dahinter

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