Direkt zum Inhaltsbereich

Fixkombination hält Asthma in Schach

Veröffentlicht:

FRANKFURT/MAIN (hbr). Patienten mit Asthma profitieren von einer Fixkombination: Die feste Kombination aus dem inhalativen Kortikoid Beclometason und dem Beta-2-Mimetikum Formoterol führt zu mehr Tagen mit guter Asthmakontrolle als die getrennte Inhalation beider Wirkstoffe. Außerdem wird mit der Fixkombi weniger Kortikosteroid benötigt.

Die feste Kombination aus Beclometason und Formoterol wird zu besonders feinen Teilchen vernebelt. Dadurch werden auch die kleinen Atemwege gut erreicht, und es bleibt weniger Substanz im Rachen zurück. Das hat Professor Wolfgang Petro von der Klinik Bad Reichenhall bei einer Veranstaltung von Janssen-Cilag in Frankfurt am Main gesagt. Außerdem würden dadurch weniger Kortikoide benötigt.

Beide Therapien bessern die Lungenfunktion ähnlich stark

In einer Studie wurde mit der Fixkombi die Lungenfunktion - gemessen am morgendlichen Peak Flow - trotz einer um 60 Prozent niedrigeren Kortikoiddosis ähnlich stark gebessert wie mit der separaten Inhalation der Substanzen. In einigen Punkten war die Fixkombination (vom Unternehmen als Inuvair® angeboten) der freien Kombination überlegen. So fiel der Anteil der komplett symptomfreien Tage signifikant höher aus. Zudem notierten die Patienten mit der Fixkombi signifikant mehr Tage mit guter Asthmakontrolle. "Gut" bedeutete in dieser Studie unter anderem: normale körperliche Aktivität, aber keine oder nur minimale klinische Symptome, keine ungeplanten Arztbesuche oder Klinikeinweisungen und höchstens zwei Hübe eines schnell wirkenden Beta-2-Mimetikums als Bedarfsmedikation pro Tag.

Die Exazerbationsrate war mit fester Kombination reduziert

Auch bei der Exazerbationsrate schnitten Patienten mit Fixkombi besser ab. Der Unterschied war zwar statistisch nicht signifikant, aber klinisch relevant. Denn mit der Fixkombi war die Gesamtzahl der Exazerbationen pro Patient um 17 Prozent niedriger, und die Rate der schweren Exazerbationen war um 32 Prozent geringer. Therapiebedürftige Exazerbationen wurden noch stärker reduziert.

An der Studie nahmen insgesamt 645 Patienten mit mittlerem bis schwerem Asthma teil. Sie erhielten sechs Monate lang drei verschiedene Therapien: Eine Gruppe wurde mit Beclometason plus Formoterol als Fixkombination in einer Tagesdosis von 400 µg Beclometason und 24 µg Formoterol behandelt. Eine weitere Gruppe inhalierte täglich 1000 µg Beclometason und 24 µg Formoterol getrennt voneinander. Die dritte Gruppe erhielt lediglich eine Monotherapie mit 1000 µg Beclometason.

Weitere Informationen zu Asthma und dessen Therapie gibt es unter www.atemwegsliga.de

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Änderungen aus dem GOLD-Update

Neues Vorgehen bei COPD: Proaktiv statt reaktiv!

Das könnte Sie auch interessieren
50 Jahre Jung-Preis

© Jung-Stiftung für Wissenschaft und Forschung

50 Jahre Jung-Preis

Freiheit als Voraussetzung für medizinischen Fortschritt

Anzeige | Jung-Stiftung für Wissenschaft und Forschung
Kommentare
Sonderberichte zum Thema

T2D-Therapie jetzt auch mit Semaglutid 2 mg

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Novo Nordisk Pharma Gmbh, Mainz
Abb. 1: Empagliflozin reduzierte auch bei niedriger Ausgangs-eGFR die Progression der chronischen Nierenkrankheit (Test für Heterogenität/Trend: a) 12=0,06, p=0.81; b) 12=6,31, p=0,012)

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [6]

Chronische Nierenkrankheit

SGLT2-Inhibition: Nephroprotektiv auch bei stark erniedrigter eGFR

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Boehringer Ingelheim Pharma GmbH & Ko KG, Ingelheim am Rhein
Abb. 2: Sekundärer Endpunkt der BOREAS-Studie: Veränderung der Lungenfunktion unter Dupilumab versus Placebo

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [2]

Typ-2-Inflammation bei COPD

Bessere Lungenfunktion und mehr Lebensqualität durch IL-4/-13-Hemmung

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Sanofi-Aventis Deutschland GmbH, Berlin, und Regeneron GmbH, München
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Sechs Monate längeres Gesamtüberleben

Daraxonrasib beim Pankreaskarzinom: Besser als die Chemotherapie?

Medikalisierung und Desinformation

Wie Social Media elterliche Entscheidungen prägt

Lesetipps
Tollwut-Impfung: Bei wem zahlt die Krankenkasse?

© Porträt: BVKJ | Spritze: Fiedels / stock.adobe.com

Sie fragen – Experten antworten

Tollwut-Impfung: Bei wem zahlt die Krankenkasse?

Harnwegsinfekt bei einem Mann

© anut21ng Stock / stock.adobe.com

Leitlinie der Europäischen Gesellschaft für Urologie

Neue Klassifikation von Harnwegsinfektionen räumt mit Missverständnissen auf