Direkt zum Inhaltsbereich

Herz

Folgen von Myokardnarben unklar

Eine bevölkerungsbasierte US-Studie findet unter herzgesunden Senioren bei nahezu jedem zehnten Myokardnarben. Die Bedeutung des Befundes ist noch unklar.

Veröffentlicht:

BETHESDA. Wo Myokardnarben sind, ist kontraktiles durch nicht-kontraktiles Gewebe ersetzt worden, das Areal trägt nicht mehr zur Pumparbeit des Herzens bei. Entsprechend können Myokardnarben zu kardialer Dysfunktion führen, sie gelten als Risikofaktoren für den plötzlichen Herztod.

Ziel der MESA-Studie (Multi-Ethnic Study of Atherosclerosis) war es, die Häufigkeit von und die Risikofaktoren für Myokardnarben in einer älteren US-Bevölkerung zu bestimmen (JAMA 2015; 314: 1945-1954).

An der Studie nahmen 1840 Personen teil, denen vor zehn Jahren ein gesundes Herz attestiert worden war und die nun mittels kardialer Magnetresonanz- Tomografie untersucht wurden.

Acht Prozent mit Myokardnarben

7,9 Prozent der Teilnehmer zeigten ein late enhancement-Signal, ein sensitiver Test zum Nachweis von Myokardnarben. Bei 78 Prozent dieser Patienten deuteten weder EKG noch Klinik auf diesen Befund hin.

Höheres Alter, männliches Geschlecht, erhöhter BMI, Bluthochdruck, Rauchen und ein erhöhter Kalkscore im Herz-CT bei Studieneinschluss zehn Jahre zuvor erwiesen sich als Risikofaktoren.

Von den klinisch stummen Myokardnarben wiesen 38 Prozent die typische subendokardiale oder transmurale Lokalisation auf, 62 Prozent waren atypisch, das heißt keinem bestimmten Durchblutungsareal zuzuordnen. Bei klinisch erkannten Myokardnarben wiesen hingegen 84 Prozent eine typische Lokalisation auf.

In Island und Schweden waren ähnliche Studien durchgeführt worden. Dort waren Myokardnarben bei klinisch unauffälligen Patienten mit 9,7 beziehungsweise 19,8 Prozent sogar noch etwas häufiger. Was diese Narben für die Prognose bedeuten, müssten, so die Autoren, weitere Studien klären. (DE)

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Konkurrenz für Primärpraxen?

Reformpaket beschlossen: Apotheker rücken zu Hausärzten in zweiter Reihe auf

Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1-- Zeit bis zum ersten Ereignis (Tod durch jegliche Ursache oder kardiovaskuläres Ereignisb) in der Gesamtpopulation (a) bzw. in der Monotherapie-Population (b).

© Springer Medizin Verlag

Mit Vutrisiran früh kausal behandeln

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Alnylam Germany GmbH, München
Abb. 1: Daten zur lipidologischen Versorgung von Patientinnen und Patienten mit hohem kardiovaskulärem Risiko aus der VESALIUS-REAL-Studie

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [7]

Kardiovaskuläre Prävention

Frühe Risikoidentifikation und konsequentes Lipidmanagement

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Amgen GmbH, München
SCD-PROTECT-Studie-- Frühe Phase nach Diagnose einer Herzinsuffizienz – deutlich höheres Risiko für den plötzlichen Herztod als in der chronischen Phase.

© Zoll CMS

SCD-Schutz in früher HF-Phase

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: ZOLL CMS GmbH, Köln
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Vielfalt der Musikermedizin

Ihr Patient ist Musiker? Was dann relevant werden könnte

Übergriffiges Verhalten im Gesundheitswesen

Medizinstudentin zu sexueller Belästigung: „Ich möchte beim Ärztetag nicht mit ,Hase‘ angesprochen werden“

Lesetipps
Patient vor der CT-Untersuchung der Lunge.

© jovannig / stock.adobe.com

Telemedizin für Prävention

Lungenkrebs-Screening: Das Münsterland zeigt, wie es funktionieren kann

Frau sitzt nachts auf ihrem Bett und schaut ins Licht ihrer Nachttischlampe.

© stokkete / stock.adobe.com

Von unten nach oben

Stufenschema bei Insomnie: So bei Schlafstörungen therapieren