Kein Warten auf Antikörper

Forscher entwickeln Schnelltest für Impfstoff-Wirksamkeit

Um die Wirksamkeit eines Impfstoffes zu testen, müssen Wissenschaftler oft wochenlang warten: auf den Antikörper-Titer im Blut. Jetzt ist es bei der Ebola-Impfstoffforschung gelungen, Biomarker zu identifizieren, die die Wirksamkeit dieser Vakzine künftig schon bedeutend früher anzeigen könnte.

Veröffentlicht: 31.08.2017, 12:38 Uhr
Forscher entwickeln Schnelltest für Impfstoff-Wirksamkeit

Modell des Ebola-Virus. Anhand eines Impfstoffkandidaten haben Hamburger Forscher einen Schnelltest auf die Impstoff-Wirksamkeit entwickelt.

© ralwel / stock.adobe.com

HAMBURG. Forscher des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf und des Heinrich-Pette-Instituts (HPI) haben einen Test entwickelt, der künftig vielleicht deutlich schneller Aufschluss über die Wirksamkeit einer Impfung geben kann als dies bisher möglich ist. Die Wissenschaftler wiesen anhand eines Ebola-Impfstoffkandidaten (rVSV-ZEBOV) frühe Immunantworten des Körpers nach. "Wir haben eine Signatur aus fünf frühen, angeborenen Immunmarkern identifiziert, die mit dem Antikörper-Titer vier Wochen nach der Impfung korreliert", sagt Dr. Anne Rechtien vom HPI. Sie ist Erstautorin der Studie (doi: 10.1016/j.celrep.2017.08.023).

Die Hamburger untersuchten Blutproben von Tag 0, 1, 3, 7 und 14 nach der Impfung auf unterschiedliche Biomarker. Mit Hilfe eines Hochdurchsatzverfahrens analysierten sie dabei gleichzeitig die Immunantworten in einer großen Anzahl von Proben. Dabei bezogen die Forscher statistische Modelle ein und fanden so die fünf frühen Marker der Immunantwort.

Unter diesen Markern befindet sich das IP-10-Eiweiß, ein Zytokin, welches von Zellen des Immunsystems produziert wird. Dies sei der erste lösliche Immunmarker, der bereits früh nach der Impfung nachweisbar ist und mit der Höhe der späteren Antikörperantwort im Körper korreliert, so die Forscher.

Schnelltest auch für andere Vakzine-Kandidaten

Für die Entwicklung von Impfstoffen ist die Erkenntnis generell möglicherweise von Bedeutung: Der Marker könnte auch ein früher Indikator für die Wirksamkeit einer Impfung bei anderen Erregern sein, hoffen die Forscher, da nicht erst wochenlang auf den Antikörper-Titer gewartet werden muss.

rVSV-ZEBOV ist derzeit ein aussichtsreicher Kandidat zur Ebola-Impfung. Die Vakzine beruht auf einer abgeschwächten, gentechnisch-veränderten Version des Vesikulären Stomatitis-Virus. Er hat er sich bereits in der klinischen Phase-I-Prüfung bewährt. (ajo)

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