Kein Warten auf Antikörper

Forscher entwickeln Schnelltest für Impfstoff-Wirksamkeit

Um die Wirksamkeit eines Impfstoffes zu testen, müssen Wissenschaftler oft wochenlang warten: auf den Antikörper-Titer im Blut. Jetzt ist es bei der Ebola-Impfstoffforschung gelungen, Biomarker zu identifizieren, die die Wirksamkeit dieser Vakzine künftig schon bedeutend früher anzeigen könnte.

Veröffentlicht:
Modell des Ebola-Virus. Anhand eines Impfstoffkandidaten haben Hamburger Forscher einen Schnelltest auf die Impstoff-Wirksamkeit entwickelt.

Modell des Ebola-Virus. Anhand eines Impfstoffkandidaten haben Hamburger Forscher einen Schnelltest auf die Impstoff-Wirksamkeit entwickelt.

© ralwel / stock.adobe.com

HAMBURG. Forscher des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf und des Heinrich-Pette-Instituts (HPI) haben einen Test entwickelt, der künftig vielleicht deutlich schneller Aufschluss über die Wirksamkeit einer Impfung geben kann als dies bisher möglich ist. Die Wissenschaftler wiesen anhand eines Ebola-Impfstoffkandidaten (rVSV-ZEBOV) frühe Immunantworten des Körpers nach. "Wir haben eine Signatur aus fünf frühen, angeborenen Immunmarkern identifiziert, die mit dem Antikörper-Titer vier Wochen nach der Impfung korreliert", sagt Dr. Anne Rechtien vom HPI. Sie ist Erstautorin der Studie (doi: 10.1016/j.celrep.2017.08.023).

Die Hamburger untersuchten Blutproben von Tag 0, 1, 3, 7 und 14 nach der Impfung auf unterschiedliche Biomarker. Mit Hilfe eines Hochdurchsatzverfahrens analysierten sie dabei gleichzeitig die Immunantworten in einer großen Anzahl von Proben. Dabei bezogen die Forscher statistische Modelle ein und fanden so die fünf frühen Marker der Immunantwort.

Unter diesen Markern befindet sich das IP-10-Eiweiß, ein Zytokin, welches von Zellen des Immunsystems produziert wird. Dies sei der erste lösliche Immunmarker, der bereits früh nach der Impfung nachweisbar ist und mit der Höhe der späteren Antikörperantwort im Körper korreliert, so die Forscher.

Schnelltest auch für andere Vakzine-Kandidaten

Für die Entwicklung von Impfstoffen ist die Erkenntnis generell möglicherweise von Bedeutung: Der Marker könnte auch ein früher Indikator für die Wirksamkeit einer Impfung bei anderen Erregern sein, hoffen die Forscher, da nicht erst wochenlang auf den Antikörper-Titer gewartet werden muss.

rVSV-ZEBOV ist derzeit ein aussichtsreicher Kandidat zur Ebola-Impfung. Die Vakzine beruht auf einer abgeschwächten, gentechnisch-veränderten Version des Vesikulären Stomatitis-Virus. Er hat er sich bereits in der klinischen Phase-I-Prüfung bewährt. (ajo)

Mehr zum Thema

Zum Welttuberkulosetag

Neue S3-Leitlinie: Mehr Struktur fürs Tuberkulose-Screening

Das könnte Sie auch interessieren
DMykG 2025: So dringt Bifonazol effektiv in die Nagelplatte ein

© Matt LaVigne | iStock

Neue in-vitro-Daten

DMykG 2025: So dringt Bifonazol effektiv in die Nagelplatte ein

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Bifonazol: Antimykotikum mit antientzündlicher Wirkung

© Irina Esau | Getty Images/iStockphoto

Fokus: Integrität der Haut

Bifonazol: Antimykotikum mit antientzündlicher Wirkung

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Die Bedeutung von Bifonazol in der Therapie der Tinea capitis

© Prof. Dr. med. Hans-Jürgen Tietz

Pilzinfektion Kopfhaut

Die Bedeutung von Bifonazol in der Therapie der Tinea capitis

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Für Menschen ab 60 Jahren sind die Impfungen gegen Influenza, Corona, Pneumokokken und Herpes zoster (beide nicht im Bild) Standard-Impfungen. Für Menschen ab 75 Jahren kommt die RSV-Impfung hinzu.

© angellodeco / stock.adobe.com

Respiratorisches Synzytial Virus

STIKO: Alle Menschen ab 75 gegen RSV impfen!

Blickdiagnose: klinisches Bild mit typischen Effloreszenzen bei Herpes zoster.

© Mumemories / Getty Images / iStock

Zoster-Impfung

Schutz vor Herpes zoster und Rezidiven

Kommentare
* Hinweis zu unseren Content-Partnern
Dieser Content Hub enthält Informationen des Unternehmens über eigene Produkte und Leistungen. Die Inhalte werden verantwortlich von den Unternehmen eingestellt und geben deren Meinung über die Eigenschaften der erläuterten Produkte und Services wieder. Für den Inhalt übernehmen die jeweiligen Unternehmen die vollständige Verantwortung.
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: Potenzielle Schäden durch eine Influenza-Infektion an verschiedenen Organsystemen

© Springer Medizin Verlag

Impfen und Herzgesundheit

Mehr als nur Grippeschutz: Warum die Influenza-Impfung bei Menschen mit kardiovaskulären Erkrankungen so wichtig ist

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Sanofi-Aventis Deutschland GmbH, Frankfurt a. M.
Abb. 1: Mittlere Veränderung des DAS28-CRP bis Woche 52 gegenüber Ausgangswert (primärer Wirksamkeitsendpunkt)

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [2]

Anti-TNF-Therapie

Erstes Golimumab-Biosimilar erweitert Therapiespielräume bei RA, PsA, axSpA und pJIA

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Advanz Pharma GmbH, München
Zielgerichtete Interleukin-23p19-Inhibition

© Oleh / stock.adobe.com

Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen

Zielgerichtete Interleukin-23p19-Inhibition

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Lilly Deutschland GmbH, Bad Homburg v.d.H.
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Insbesondere Clindamycin, Fluorchinolone und Flucloxacillin

Antibiotika wirken sich offenbar langfristig auf das Darmmikrobiom aus

Lesetipps
5 Blutproben in Röhrchen

© Pixel-Shot / Stock.adobe.com

Chronische Erkrankungen

Diese fünf Biomarker weisen auf Multimorbidität hin