Direkt zum Inhaltsbereich

Frauen mit Brustkrebs profitieren von Teilnahme an Studien

BERLIN (awa). Die Prognose von Frauen mit Mammakarzinom verbessert sich durch eine leitliniengerechte Therapie. Eine solche Therapie wird vor allem in Studien gewährleistet.

Veröffentlicht:

In Deutschland werden etwa nur drei bis fünf Prozent der Patientinnen mit Brustkrebs innerhalb klinischer Studien behandelt. In zertifizierten Brustzentren sind es jedoch 30 Prozent. Diese Zahlen nannte Professor Rolf Kreienberg von der Universitätsfrauenklinik Ulm auf dem Deutschen Krebskongreß in Berlin.

In Studien ist eine qualitätsgesicherte Behandlung gewahrt, die Patientinnen haben dadurch eine bessere Prognose. Deshalb sollten sehr viel mehr Frauen mit Brustkrebs in Studien betreut werden als bisher, so Kreienberg.

Die Überlebenszeiten von Frauen mit Brustkrebs, die innerhalb von Studien behandelt werden, verlängert, weil sie eine leitliniengerechte Therapie erhalten, hob Kreienberg hervor. So ist in einer kanadische Untersuchung nachgewiesen worden: Vor Einführung der Empfehlungen einer Konsensus-Konferenz 1995 für die adjuvante Behandlung beim Mammakarzinom erhielten 65 Prozent der Frauen eine solche Therapie.

Nachdem die Empfehlungen eingeführt wurden, waren es 89 Prozent. Davon profitierten vor allem Frauen mit einem mittleren und hohen Rezidiv-Risiko. So überlebten nach einer leitliniengerechten Therapie innerhalb von sieben Jahren neun Prozent mehr Patientinnen.

Die Leitlinie zu Diagnostik, Therapie und Nachsorge beim Mammakarzinom von 2004 soll bis Ende des Jahres komplett überarbeitet werden, so Kreienberg. Dazu erfolge für alle 126 Statements eine komplette Literaturrecherche auf Basis der Schlüsselwörter der bisherigen Literatur.

Die einzelnen Module wie Radiotherapie, adjuvante Therapie und Therapie beim metastasierten Mammakarzinom können später nach aktuellen Studienergebnissen innerhalb kurzer Zeit einzeln aktualisiert werden.

Kreienberg bemängelte, daß ältere Patientinnen über 65 Jahre in Studien nicht ausreichend präsent seien. So habe eine Untersuchung aus den USA ergeben, daß zwar 49 Prozent der Brustkrebs-Patientinnen älter als 65 Jahre sind, aber nur 9 Prozent von ihnen in Studien behandelt werden. Die Folge: Es bleibt unklar, ob die Studienergebnisse auf die Gruppe der älteren Frauen übertragen werden können.

Leitlinien im Internet: http://leitlinien.net, Mamma-Ca: Nr. 032/045

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

5-Jahres-Daten aus PHERGain

HER2-positiver Brustkrebs: Weniger Chemotherapie möglich

Das könnte Sie auch interessieren
Geldschein, teilweise bedeckt von Stethoskop

© photocrew / stock.adobe.com

Kostenstrukturanalyse

Privatanteil an den Einnahmen geht leicht zurück

Logo Beyond Imaging

© Beyond

Beyond Imaging

KI-gestützte Prostata- und Kopf-MRT

Kooperation | In Kooperation mit: Tag der Privatmedizin
Logo Diagnostic Results

© Diagnostic Results

Bioeksen

Molekulare PCR-Diagnostik am PoC

Kooperation | In Kooperation mit: Tag der Privatmedizin
Jugendliche die schon früh, ohne Eltern in die Sprechstunde kommen, werden selbstständiger.

© Racle Fotodesign / stock.adobe.com

Typ-1-Diabetes bei Kindern und Jugendlichen

Wie gelingt der Übergang vom Pädiater in die Erwachsenenmedizin?

Frauen erhalten eine andere und meist schlechtere Behandlung als Männer. Sie sind häufiger vom Medical Gaslighting betroffen, insbesondere in der Kardiologie.

© NPS Studio / stock.adobe.com

Hormone, Schwangerschaft, Wechseljahre

Warum ein Diabetes Frauen anders trifft als Männer

Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Interdisziplinäres Patienten-Management – ein Praxisleitfaden

© APOGEPHA Arzneimittel GmbH | Generated by AI

Überaktive Blase

Interdisziplinäres Patienten-Management – ein Praxisleitfaden

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: APOGEPHA Arzneimittel GmbH, Dresden
Abb. 1: Ofatumumab-Konzentrationen in der Muttermilchh

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [10]

Aktive schubförmige Multiple Sklerose

Flexiblere Familienplanung durch kürzere Kontrazeptionszeit

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Novartis Pharma GmbH, Nürnberg
Abb. 1: MS-Krankheitsdynamik: Patientinnen und Patienten bewegen sich von frühen Stadien über Phasen fokaler Entzündung in fortgeschrittene, meist irreversible Stadien

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [4]

Multiple Sklerose heute

Praxisrelevante Daten im Fokus

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Novartis Pharma GmbH, Nürnberg
Vorteile des Logins

Mit unserem kostenloses Login erhalten Ärztinnen und Ärzte, Medizinstudierende sowie Fachkräfte im Gesundheitswesen vollen Zugriff auf unsere medizinischen und praxisrelevanten Inhalte.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

„ÄrzteTag“-Podcast

Wie können Ärzte Einsamkeit erkennen und ansprechen, Professor Adli?

Lesetipps
Rote Beete Wurzel, rote Beete Würfel, rote Beete Scheiben und rote Beete Saft.

© Daniel Vincek / stock.adobe.com

Fallbericht

Eine fast fatale Gemüse-Überdosis

Ausgestreckte Hand gegenüber einer Impfspritze.

© anyaivanova / Getty Images / iStock

Überprüft

5 Mythen übers Impfen im Faktencheck

Lipoprotein(a)-Partikel

© Juan Gärtner / stock.adobe.com

Cholesterin

Intensive LDL-Senkung bei hohem Lp(a): Warum das schwierig werden kann