Bundeswehr

Freiwillige in vier Wochen in Ebola-Gebieten?

Unter den Tausenden von deutschen Freiwilligen für den Ebola-Einsatz sind viele Reservisten.

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KOBLENZ/BERLIN. Die ersten Freiwilligen der Bundeswehr könnten ihre Arbeit in den von Ebola betroffenen Gebieten Westafrikas möglicherweise in einem Monat aufnehmen.

"Wir werden voraussichtlich in vier Wochen die ersten unten haben", sagte ein Sprecher des Kommandos Sanitätsdienst der Bundeswehr in Koblenz (Rheinland-Pfalz) am Freitag.

In Koblenz bereitet eine Task Force Ebola den Einsatz vor. Die Ausbildung der Freiwilligen soll nach Angaben des Verteidigungsministeriums am Bundeswehrkrankenhaus in Hamburg stattfinden.

Nach dem Aufruf von Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen haben bereits rund 4500 Soldaten und Zivilisten per Telefon oder Email ihre Bereitschaft bekundet, in der Krisenregion zu helfen - darunter Ärzte, Techniker und Logistiker.

"Da ist ein großer Teil Bundeswehr-Leute und Reservisten dabei", sagte eine Sprecherin des Verteidigungsministeriums in Berlin. Es sei wegen der notwendigen Vorbereitungen aber nicht garantiert, dass die Helfer bereits im Oktober Hilfe leisten können.

Letzte Woche hatte die Bundeswehr ihren ersten Ebola-Hilfsflug mit Material nach Dakar im Senegal gestartet. An Bord war auch ein Vorauskommando, das den Aufbau der Luftbrücke in die liberianische Hauptstadt Monrovia mit zwei Transall-Maschinen übernehmen wird.

Nach Angaben des Ministeriums ist nicht ausgeschlossen, dass die Bundeswehr-Maschinen später auch andere Gebiete anfliegen werden, in denen das Virus wütet.

Die Zahl der registrierten Infizierten ist laut WHO in Guinea, Liberia, Sierra Leone, Nigeria und Senegal auf 6263 gestiegen.

Mit Blut gegen Ebola

Die Behandlung von Ebola-Kranken mit Blut von genesenen Patienten könnte nach Einschätzung der WHO eine vielversprechende Option sein. Die speziellen Antikörper im Blut von Überlebenden können Erkrankten helfen, teilte die WHO am Freitag mit.

Bislang sei die Zahl der Behandlungen zu gering, um die Wirksamkeit abschätzen zu können.

Zwei US-Ärzte, die sich in Liberia infiziert hatten, wurden mit der Methode behandelt. Beide sind inzwischen wieder gesund. Ob dies an der Therapie, an Medikamenten oder an der guten medizinischen Versorgung in den USA lag, könne aber nicht eindeutig bestimmt werden.

Angesichts des schlechten Zustands der Gesundheitssysteme in Guinea, Liberia und Sierra Leone könne eine groß angelegte Blut-Therapie dort nicht sofort umgesetzt werden.

Deswegen stehe man in Gesprächen mit Gesundheitsbehörden, welche Personengruppen zunächst Zugang zu solchen Behandlungen erhalten sollten. Bislang sind bei der Ebola-Epidemie mehr als 2900 Menschen gestorben. (dpa)

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