PAVK

Frühe Diagnose hilft, bei AVK Leben zu retten

DRESDEN (scho). Nur einer von zehn Patienten mit peripherer arterieller Verschlußkrankheit (AVK) hat die klassischen Symptome einer Claudicatio intermittens. Das hat Folgen für die Versorgung der Patienten.

Veröffentlicht: 01.06.2006, 08:00 Uhr

Die arterielle Verschlußkrankheit wird unterschätzt, sie ist unterdiagnostiziert und die Patienten werden untertherapiert. Dabei sei eine frühzeitige Diagnose der AVK jedoch äußerst wichtig, da 20 Prozent der Patienten innerhalb von nur fünf Jahren nach Diagnosestellung sterben, berichtete Dr. Thomas Karasch von der Universitätsklinik Köln. Todesursachen sind meist ein Myokardinfarkt oder ein Schlaganfall, so Karasch auf einer Veranstaltung des Unternehmens Bristol-Myers Squibb in Dresden.

Häufig verläuft die AVK ohne Symptome, da sich bereits entsprechende Kollateralkreisläufe gebildet haben. Viele ältere Menschen passen aber auch ihr Gehverhalten der Erkrankung an. Sie gehen langsamer und machen häufiger Pausen, so daß weniger Symptome auftreten.

    AVK ist hohes Risiko für Myokardinfarkt.
   

Das Verhalten ist bekanntlich Ursache für den umgangssprachlichen Namen Schaufensterkrankheit. In Hausarztpraxen sollte bei Patienten mit entsprechenden Risikofaktoren immer auch nach einer AVK gesucht werden. Besonders Diabetiker hätten häufig auch eine AVK, erinnerte Karasch.

Außer der klinischen Untersuchung bietet sich als einfache Untersuchungsmethode die Verschlußdruckmessung an. Dabei wird dopplersonographisch der Blutdruck am Knöchel gemessen, der nicht unter 50 mmHg liegen darf. Das Verhältnis des Knöcheldruckes zum Blutdruck am Oberarm (Knöchel-Arm-Index, ABI) sollte nicht kleiner 0,9 sein.

Beim Nachweis einer AVK darf dann auf eine kardiale Diagnostik auf keinen Fall verzichtet werden. Auch bei einer unauffälligen Anamnese und einem unauffälligen Ruhe-EKG sollte eine Ergometrie angestrebt werden.

Da bei vielen Patienten ein Belastungs-EKG aber aufgrund der Schmerzen nicht möglich ist, muß eine Myokardszintigraphie oder eine pharmakologische Streß-Echokardiographie erfolgen. Ergeben sich dabei Hinweise auf eine KHK, sollte eine Koronarangiographie veranlaßt werden.

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