Für Kinder lauert Vergiftungsgefahr oft im Haushalt

LEIPZIG (eb). Vergiftungen sind bei Kindern keine Seltenheit.Besonders im Haushalt gibt es viele Agenzien, die Vergiftungen auslösen können. "Lebensbedrohliche Vergiftungen sind bei Kindern heute allerdings eine Rarität, und Todesfälle sind äußerst selten", sagt Dr. Herbert Desel von der Universität Göttingen.

Veröffentlicht:

Pro Jahr werden den Giftinformationszentren in Deutschland etwa 100 000 Verdachtsfälle und tatsächliche Vergiftungen von Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren gemeldet.

Bei älteren Jugendlichen handelt es sich bei Vergiftungen oftmals um eine Selbstschädigungsabsicht. Kinder unter zehn Jahre nehmen die Giftstoffe hingegen meist versehentlich: Mutters Hustensaft am Bett, das aus der Lampe auf dem Wohnzimmertisch oder das Shampoo im Bad.

Oft verlaufen solche Vergiftungen glimpflich, sie verursachen keine oder nur sehr geringe Symptome, wie Desel berichtet. Für betroffene Eltern gilt: Auf jeden Fall Ruhe bewahren und überstürzte Handlungen vermeiden. Das Kind sollte grundsätzlich nicht zum Erbrechen gebracht werden, weil dabei reizende Stoffe oder Reinigungsmittel in die Atemwege gelangen können.

Desel: "Sie richten dort größeren Schaden an als im Magen. Ein Schluck Wasser oder Tee schadet nicht. Milch oder gar Kochsalzlösung sind jedoch schädlich". Denn Milch fördert die Aufnahme vieler Stoffe aus dem Darm, und bereits ein Teelöffel Kochsalz kann beim Kleinkind viele Gehirnfunktionen lebensbedrohlich stören.

Mehr zum Thema

Bilanz für 2021

Kindeswohl: Jugendämter greifen in 60.000 Fällen ein

Schlagworte
Kommentare
Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Jetzt anmelden »Kostenlos registrieren »

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

» kostenlos und direkt in Ihr Postfach

Am Morgen: Ihr individueller Themenmix

Zum Feierabend: das tagesaktuelle Telegramm

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen
Datenerfassung, Dokumentationen – und das gleich mehrfach: Zwei Drittel aller Befragten zeigten sich in der MB-Befragung „unzufrieden“ oder „eher unzufrieden“ mit der IT-Ausstattung an ihrem Arbeitsplatz.

© alphaspirit / stock.adobe.com

Update

Ergebnisse des MB-Monitors

Ein Viertel der Ärzte denkt über Berufswechsel nach

Macht Spaß, und tut nicht nur dem Körper gut: Ein Forscherteam bestätigt jetzt eine bei in der Freizeit aktiven Menschen niedrigere Rate von Demenz-Erkrankungen. (Symbolbild mit Fotomodellen)

© Ingram Publishing / Getty Images / Thinkstock

Weniger Demenz-Erkrankungen

Wie Freizeit zur Prävention werden kann