Diabetes mellitus

Fußnetz Nordrhein rettet Beine

Eine enge Kooperation von Diabetologen, Hausärzten, Chirurgen und Podologen zahlt sich aus: Im Fußnetz Nordrhein gibt es besonders wenige Amputationen bei Diabetikern.

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Bei diesem Diabetes-Patienten des Fußnetzes in Nordrhein konnte die Amputation des großen Zehs verhindert werden.

Bei diesem Diabetes-Patienten des Fußnetzes in Nordrhein konnte die Amputation des großen Zehs verhindert werden.

© BdSN

KÖLN (eb). Nach sechs Jahren integrierter Versorgung mit zehn Krankenkassen zieht das Fußnetz in Nordrhein positive Bilanz: Mindestens 837 Krankenhausaufenthalte und 311 Beinamputationen bei Patienten mit Diabetischem Fußsyndrom (DFS) wurden vermieden.

In dem Netzwerk, das in der Region Köln gegründet wurde, arbeiten Diabetologen mit Hausärzten, Chirurgen, Gefäßspezialisten, Orthopädie-Schuhmachern und Podologen zusammen, um Betroffene mit DFS bestmöglich zu betreuen.

Jeden Monat eine Amputation verhindert

"Im Schnitt haben wir jeden Monat mindestens eine Amputation oberhalb des Knöchels verhindert", berichtet Dr. Matthias Riedel vom Berufsverband der diabetologischen Schwerpunktpraxen in Nordrhein (BdSN).

Zu verdanken sei dieses positive Ergebnis den effizienten Strukturen mit qualifizierter Aus- und Fortbildung sowie konsequentem Qualitätsmanagement, meldet der BdSN.

Strenge Richtlinien auferlegt

Die Strukturen haben die Mediziner gemeinsam mit den beteiligten Krankenkassen und Fachkräften erarbeitet und sich dabei selbst strenge Richtlinien und Abläufe auferlegt.

Die Patienten seien glücklich, dass es spezialisierte Praxen für ihre Fußprobleme gibt. Jeder Diabetiker mit Wunden und Problemen an den Füßen kann sich sofort bei einem Netzwerkdiabetologen vorstellen, wird dort untersucht und wirksam behandelt.

"Innerhalb des Netzwerkes entscheidet zunächst der Diabetologe, wie welcher Patient am besten versorgt wird, bevor ein anderer Experte übernimmt", erklärt der Internist aus Köln.

75 Kliniken und Praxen sind zwei bis sieben Wundassistenten beschäftigt

Insgesamt haben 75 Kliniken und Praxen ihr Leistungsspektrum nach den Bedürfnissen ihrer Patienten ausgerichtet. In jeder dieser Einrichtungen sind inzwischen zwei bis sieben Wundassistenten beschäftigt.

Dank der Kooperation der verschiedenen Institutionen und Krankenkassen sei in Nordrhein eine deutschlandweit einzigartige, wegweisende Kooperation entstanden, berichtet der BdSN.

Unkomplizierter Austausch von Patientendaten

Nach Angaben von Riedel ermöglichen spezielle Versorgungsverträge der Krankenkassen einen unkomplizierten Austausch von Patientendaten, um laufend die Behandlungsqualität überprüfen und verbessern zu können. Das Konzept sei vielerorts bereits aufgegriffen worden, zuletzt in Berlin und Hamburg.

Der BdSN betont, dass die DFS-Patienten so gut versorgt werden wie nie zuvor. "Daher hoffen wir natürlich, dass wir diese Kooperation mit den Kliniken und Krankenkassen noch lange Zeit fortführen können", so Riedel.

www.bdsn.de

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