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Impfstoff-Engpässe

GSK will Diskussion versachlichen

Zwei Varizellenimpfstoffe werden wegen Produktionsproblemen in Kürze nicht mehr lieferbar sein. Hersteller GSK weist aber die Kritik einer Monopolisierung auf dem Impfstoffmarkt zurück.

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NEU-ISENBURG. Nur zwei Unternehmen bieten in Deutschland Windpockenimpfstoffe an. Die Nase vorne hat GlaxoSmithKline (GSK) mit einem Kombiimpfstoff gegen Masern, Mumps, Röteln und Varizellen (MMRV). Dieser viervalente Impfstoff (Priorix-Tetra®) sowie die Monovakzine des Unternehmens (Varilrix®) werden aber dem Handel in Kürze ausgehen.

Der Grund: Wegen eines Qualitätsproblems hat GSK die Produktion erst einmal gestoppt, und bevor der Fehler nicht erkannt und behoben worden ist, wird es keinen neuen Impfstoff geben.

"Qualität und Sicherheit haben oberste Priorität", hat ein Unternehmenssprecher betont. Man hofft, im Verlauf des zweiten Quartals 2014 die Präparate wieder anbieten zu können.

Das Unternehmen weist auf den schwierigen Produktionsprozess von Impfstoffen hin, der bei der Windpockenvakzine 12 bis 18 Monate dauert. Werden nämlich Mikroorganismen für Impfstoffe gezüchtet, können sie selbst auf minimale Änderungen des Produktionsprozesses sensibel reagieren, und ihre Potenz zur Immunisierung von Menschen wird abgeschwächt oder ist dahin.

Über 100 Prozess-Kontrollen seien daher bei dem Verfahren nötig. Auf jeder Produktionsstufe könnten dabei unerwartete Probleme auftreten. Die Herstellung von Impfstoffen sei daher eine Angelegenheit mit hohen Risiken.

Deswegen und wegen des erforderlichen ,know how‘ gibt es nur noch wenige Unternehmen, die Impfstoffe herstellen. Die Forderung der Deutschen Akademie für Kinder-und Jugendmedizin (DAKJ) - auf die negativen Folgen der Monopolisierung auf dem Impfstoffmarkt müsse die Politik reagieren - versteht GSK daher nicht: Kein Pharmaunternehmen werde daran gehindert, Impfstoffe herzustellen.

GSK gibt zu bedenken, dass allein der Aufbau einer neuen Produktionsanlage für Impfstoffe etwa fünf Jahre dauert. Es sei daher schwierig, kurzfristig auf eine gestiegene Nachfrage zu reagieren.

Momentan geht GSK daher auch der Diphtherie-Pertussis-Tetanus-Polio-Impfstoff aus (Boostrix® polio). Der Auffrisch-Impfstoff war bisher eher ein Nischenprodukt, wird aber wegen einer erhöhten Nachfrage nach Polio-Schutz zur Zeit besonders häufig verimpft. (eis)

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