Diabetes mellitus

Gefäßschäden schon bei gestörter Glukosetoleranz

MONDSEE (sto). Noch bevor sich ein Typ-2-Diabetes manifestiert, steigt das Risiko vor allem für makrovaskuläre Folgeschäden, so die Münchner Endokrinologin Professor Petra-Maria Schumm-Draeger.

Veröffentlicht: 05.07.2006, 08:00 Uhr

Bereits in der Phase der gestörten Glukosetoleranz, wenn die Zwei-Stunden-Blutglukosewerte erhöht sind, verdoppelt sich das Risiko für eine tödliche kardiovaskuläre Erkrankung, sagte Schumm-Draeger. Zudem hat die DECODE-Studie ergeben, daß die postprandiale Hyperglykämie als Folge einer Störung der Insulinsekretion ein höheres Risiko für die kardiovaskuläre Morbidität und Sterblichkeit ist als die Nüchternhyperglykämie.

    Schon vor dem Typ-2-Diabetes ist Sterberisiko verdoppelt.
   

Zur Absenkung erhöhter postprandialer Glukosewerte habe sich Nateglinid (Starlix®) als sehr wirksam erwiesen, sagte Schumm-Draeger bei den Grünwalder Gesprächen, die vom Unternehmen Merck Pharma unterstützt wurden. Nateglinid ermögliche eine an den Mahlzeiten orientierte flexible Stimulation der Insulinsekretion und bewirke so eine Absenkung der postprandialen Hyperglykämie. Damit werde auch das kardiovaskuläre Risiko verringert.

Bei Patienten mit neu entdecktem Diabetes sollte zunächst über eine Umstellung der Lebensführung versucht werden, einen HbA1c-Zielwert von 6,5 Prozent zu erreichen. Wenn dies nach drei Monaten nicht gelingt, sollte ein erstes orales Antidiabetikum verwendet werden, erinnerte Schumm-Draeger. Bei adipösen Typ- 2-Diabetikern sei Metformin dann das Mittel der ersten Wahl.

Metformin (vom Unternehmen als Glucophage® angeboten) kann sowohl in der Mono- als auch in der Kombinationstherapie verwendet werden und ist besonders bei übergewichtigen Typ-2-Diabetikern mit ausgeprägter Nüchternhyperglykämie geeignet, die Stoffwechsellage zu stabilisieren. Bei korrekter Anwendung seien unerwünschte Wirkungen zu vernachlässigen. Bei adipösen Typ-2-Diabetikern werde mit 2000 mg Metformin in Verbindung mit einer vernünftigen Ernährung meist eine gute Stoffwechselkontrolle erreicht, sagte Schumm-Draeger.

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