Direkt zum Inhaltsbereich

Gekaute Khatbaumblätter machen Spermien fit für die Befruchtung

BERLIN (gvg). Inhaltsstoffe von Blättern des Khatbaums (Catha edulis), die in Ostafrika vor allem von Männern als Gesellschaftsdroge konsumiert werden, scheinen sich günstig auf die Spermienfunktion auszuwirken. Auch die Spermiogenese wird gefördert.

Veröffentlicht:

Das Kauen von Khatblättern hat eine stimulierende Wirkung, die vor allem auf dem Inhaltsstoff Cathinon beruht. Die Substanz wird nach Aufnahme durch den Körper rasch in die beiden adrenalinähnlichen Stoffe Cathin und Norephedrin umgewandelt.

"Wir konnten bei Spermien von Mäusen und Menschen zeigen, daß diese Substanzen die letzte Phase des Reifungsprozesses der Spermien fördern, die sogenannte Kapazitation", sagte Professor Lynn Fraser von der Klinik für Reproduktionsbiologie des King's College in London. Auch behielten mit Cathin und Norephedrin behandelte Spermien länger die Fähigkeit zur Befruchtung einer Eizelle als normale Spermien ohne diese Behandlung.

"Bisher haben wir nur in vitro-Versuche gemacht", so Fraser auf dem Kongreß der Europäischen Gesellschaft für menschliche Fortpflanzung und Embryologie (ESHRE) in Berlin. Die Konzentration der für die Versuche verwendeten Lösungen habe aber in etwa jener entsprochen, die man auch in den Körperflüssigkeiten von Menschen finde, die ungefähr eine Stunde lang Khatblätter gekaut hätten.

Eine andere Arbeitsgruppe konnte außerdem zeigen, daß sich mit Cathin auch die Spermienerzeugung stimulieren läßt. Deshalb hat Fraser für künftige Paare mit Fruchtbarkeitsproblemen schon einmal einen hypothetischen Therapieplan auf Khatbasis entworfen: "Mit der Einnahme von Cathin und Norephedrin anfangen sollten zunächst die Männer, um ihre Spermienproduktion zu stimulieren. Um den Zeitpunkt der erhofften Konzeption herum sollten dann die Frauen die Substanzen nehmen, denn die letzten Reifungsschritte des Spermiums finden bereits in der Gebärmutter statt", so die Ärztin. Zu Khatblattkauern machen möchte sie unfruchtbare Paare aber nicht. Ihr schwebt eher eine cathin- und norephedrinhaltige Tablette vor.

Mehr zum Thema

Metastasen und Mortalität

Studie: Cribriforme Histologie erhöht das Risiko bei Prostatakrebs

Das könnte Sie auch interessieren
Überzeugende Real-World-Daten zur Langzeitprophylaxe

© AndreasReh, Ljupco, tinydevil, shapecharge | istock

rHWI

Überzeugende Real-World-Daten zur Langzeitprophylaxe

Anzeige | MIP Pharma GmbH
Antibiotikum mit antimykotischen Zusatznutzen

© Dr_Microbe | Adobe Stock

In vitro-Studien

Antibiotikum mit antimykotischen Zusatznutzen

Anzeige | MIP Pharma GmbH
Therapie bei unkomplizierter Zystitis

© Dr_Microbe | Adobe Stock

Evidenz, Resistenz & Wirksamkeit

Therapie bei unkomplizierter Zystitis

Anzeige | MIP Pharma GmbH
50 Jahre Jung-Preis

© Jung-Stiftung für Wissenschaft und Forschung

50 Jahre Jung-Preis

Freiheit als Voraussetzung für medizinischen Fortschritt

Anzeige | Jung-Stiftung für Wissenschaft und Forschung
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: WAYPOINT-Studie: schnelle und signifikante Reduktion des SNOT-22-Scores über 52 Wochen

© Springer Medizin Verlag GmbH, modifiziert nach [6]

Schwere, unkontrollierte CRSwNP

Wirkansatz an epithelialen Alarminen

Sonderbericht | Beauftragt und finanziert durch: AstraZeneca GmbH, Hamburg
Abb. 1: Signalkaskade der kardiovaskulären Inflammation

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [9]

Sekundärprophylaxe nach Herzinfarkt

Therapie der kardiovaskulären Inflammation senkt das Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: APONTIS PHARMA Deutschland GmbH & Co. KG

T2D-Therapie jetzt auch mit Semaglutid 2 mg

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Novo Nordisk Pharma Gmbh, Mainz
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Auf Haus- und Heimbesuch

Die perfekte Hausbesuchstasche: Worauf Sie beim Packen achten können

Dissens in Bezug auf Wirksamkeit

Wem oder wogegen helfen Probiotika?

Lesetipps
Eine ältere Frau im Rollstuhl fasst sich mit der Hand an den Kopf. Eine Pflegerin sitzt daneben und kümmert sich.

© buritora / stock.adobe.com

Hirngesundheit

Diese Auswirkungen hat Hitze auf Menschen mit neurologischen Erkrankungen