Förderung

Geld für Forschung zu DNA-Doppelstrangbrüchen

Zwei Forscher vom Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC) Berlin-Buch erhalten vom Europäischen Forschungsrat eine Förderung von über 3 Millionen Euro.

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BERLIN. Die Krebsforscherin Dr. Michela Di Virgilio und der Systembiologe Dr. Baris Tursun vom Berliner Institut für Medizinische Systembiologie (BIMSB) des MDC bekommen einen mit 1,9 Millionen Euro bzw. 1,5 Millionen Euro dotierten ERC Starting Grant, teilt das MDC mit.

Die Förderung des Europäischen Forschungsrats (engl. Abkürzung ERC) habe eine Laufzeit von fünf Jahren und beginne im Frühjahr 2015.

DNA-Reparaturmechanismen unter der Lupe

Di Virgilio erforscht, wie DNA-Doppelstrangbrüche in Zellen repariert werden. DNA-Doppelstrangbrüche entstehen durch ionisierende Strahlen oder Chemikalien und können das Genom einer Zelle dauerhaft gefährden, erinnert das MDC.

Eine besondere Situation finde man in B-Zellen. Hier treten DNA-Doppelstrangbrüche als Zwischenprodukt bei der Produktion von Antikörpern auf.

Menschliche Zellen sind mit effektiven DNA-Reparatursystemen ausgestattet, die die Unversehrtheit des Genoms und - im Fall von B-Zellen - die Funktionsfähigkeit des Immunsystems sicherstellen. Fehlerhafte Reparatursysteme sind eine häufige Ursache für Immunschwächekrankheiten und Krebs.

Wie können Zellen direkt umprogrammiert werden?

Tursun will in seinem ERC-Projekt untersuchen, wie Zellen direkt umprogrammiert werden können, um so den Einsatz von embryonalen Stammzellen oder induzierten pluripotenten Stammzellen zu umgehen, berichtet das MDC.

Das direkte Umprogrammieren gelinge jedoch nur bei einzelnen Zellarten. Weshalb sich die meisten Zellen diesem Prozess verweigern, sei noch unbekannt.

Erst kürzlich habe Tursun während seiner Forschungen an der Columbia Universität in New York, USA, Faktoren identifizieren können, welche die direkte Umwandlung einer Keimzelle in eine Nerven- oder Muskelzelle verhindern.

Arbeit mit C. elegans

In dem ERC-Forschungsprojekt möchten er und seine Mitarbeiter am MDC die Mechanismen weiter erforschen, die das direkte Umprogrammieren einer Zelle einschränken.

Für ihre Forschungen arbeiten sie mit dem Fadenwurm C. elegans, einem in der Genetik und Systembiologie breit genutzten Modellorganismus.

Insgesamt hätten 13 Forscher des MDC eine der hochdotierten ERC-Förderungen erhalten, so das MDC. (eb)

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