Diabetes mellitus

Gute Einstellung des Blutzuckers schützt das Herz

MANNHEIM (grue). Typ-2-Diabetiker sterben weniger an ihrer Stoffwechselkrankheit, sondern eher an deren kardiovaskulären Folgeschäden. Um das zu verhindern, sollte bei neu diagnostizierten Diabetikern der Nüchternblutzucker effektiv gesenkt werden.

Veröffentlicht: 16.04.2007, 08:00 Uhr

Das gelingt zum Beispiel mit dem Wirkstoff Rosiglitazon, wie Professor Stephan Matthaei vom Diabetes-Zentrum Quakenbrück beim Kardiologen-Kongress in Mannheim gesagt hat. Der Diabetologe stellte dazu die Ergebnisse der ADOPT*-Studie vor. In der Studie wurde die Blutzuckereinstellung von zuvor nicht behandelten Typ-2-Diabetikern nach Erst-einstellung auf orale Antidiabetika verglichen. Die doppelblinde Studie prüfte Monotherapien mit Rosiglitazon (2 x 4 mg/Tag), Metformin (2 x 1 g/Tag) und Glibenclamid (2 x 7,5 mg/Tag). Primärer Endpunkt war ein anhaltender Blutzuckeranstieg über 180 mg/dl.

Geringes Therapieversagen mit Rosiglitazon

In der Rosiglitazon-Gruppe wurde der Endpunkt nach fünf Jahren signifikant seltener erreicht: nämlich nur bei 15 Prozent der damit behandelten Patienten - im Vergleich zu 21 Prozent mit Metformin und 34 Prozent mit Glibenclamid. "Das Risiko für ein Therapieversagen ist somit für Rosiglitazon um etwa 30 bis 60 Prozent geringer als für die Vergleichssubstanzen", sagte Matthaei. Außerdem konnte mit Rosiglitazon der HbA1c-Wert für durchschnittlich fast fünf Jahre unter sieben Prozent gehalten werden. Mit Metformin gelang das nur etwa vier Jahre lang und mit Glibenclamid für knapp drei Jahre.

Keine Zunahme von viszeralem Fettgewebe

"Rosiglitazon konnte die Insulinsensitivität am stärksten steigern", so Matthaei auf einer Veranstaltung von GlaxoSmithKline. "Dieser Effekt ist zu Beginn eines Typ-2-Diabetes am wichtigsten, um die Krankheitsprogression hinauszuzögern". Zwar nahmen die Patienten mit Rosiglitazon etwa 0,9 kg pro Jahr an Gewicht zu, dabei handelt es sich aber offenbar um metabolisch unbedenkliches subkutanes Fettgewebe. Gefährlich für die Gefäße ist bekanntlich nur das viszerale Fett - und dessen Menge sei mit Rosiglitazon (Avandia®) eher geringer geworden, sagte der Diabetologe.

*Das Akronym steht für A Diabetes Outcome and Progression Trial

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