H5N1 in sächsischen Stall durch Wildvögel eingeschleppt?

DRESDEN (ddp.vwd/dpa). Das H5N1-Virus ist nach Ansicht des Friedrich-Loeffler-Instituts wohl direkt oder indirekt von Wildvögeln in den Geflügelhof bei Wermsdorf in Sachsen gebracht worden.

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Einem ersten Zwischenbericht zufolge spreche für diese Hypothese, daß der betroffene Stall an einen See angrenze, sagte ein Sprecher des sächsischen Sozialministeriums in Dresden. Durch geöffnete Fenster könnten kleine Wildvögel das Virus in den Putenstall gebracht haben.

Das Virus könne auch über kontaminiertes Streu oder Sand in den Stall gelangt sein. Auch ein Einschleppen über Schuhwerk oder Reifen sei denkbar. Der Geflügelhof hatte eine Ausnahmegenehmigung, die ihm gestattete, seine Gänse stundenweise aus dem Stall ins Freie zu lassen. Doch nicht diese, sondern Puten, die die ganze Zeit im Stall verbracht hatten, erkrankten an H5N1.

In dem drei Kilometer großen Sperrbezirk um den Geflügelhof wurden seit Bekanntwerden der Infektion 21 672 Tiere aus etwa 100 Beständen getötet. Lediglich ein Besitzer von Brieftauben habe gegen die Keulung seiner etwa 200 Tiere geklagt.

Die Tauben seien derzeit eingesperrt. Gestern liefen in dem betroffenen Betrieb Reinigungs- und Desinfektionsmaßnahmen. In knapp vier Wochen dürfen in der betroffenen Region wieder Nutzgeflügel gehalten werden.

Gestern wurden 11 000 Puten in einem Mastbetrieb im nordrhein-westfälischen Ennigerloh gekeult, weil auf dem betroffenen Hof ein Tiertransporter gehalten hatte, der zuvor auch den von Vogelgrippe befallenen Betrieb in Sachsen angefahren hatte.

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