Kritik der UN

HIV-Ausbreitung gezielter eindämmen

Seit Jahren melden die Vereinten Nationen Erfolge gegen Aids. Doch in manchen Regionen wütet das tödliche HI-Virus fast ungehindert weiter. Aids-Bekämpfer befürworten eine Konzentration auf Problemgebiete.

Veröffentlicht:

GENF. Im Kampf gegen Aids sind nach Überzeugung von UN-Experten deutlich mehr Anstrengungen in einigen stark betroffenen Regionen erforderlich. Das gelte vor allem für Teile Afrikas.

Lokale Daten zu HIV-Infektionen und zur medizinischen Versorgung müssten zielgerichteter erhoben und für entsprechende Hilfsaktionen ausgewertet werden, forderte der Direktor des UN-Programms zur Aids-Bekämpfung (UNAIDS), Michel Sidibé, am Mittwoch in Genf.

Anders ließe sich nach Ansicht der Experten das UN-Ziel kaum erreichen, die Zahl der mit antiretroviralen Medikamenten behandelten HIV-Infizierten von derzeit knapp 10 Millionen bis 2015 auf 15 Millionen zu erhöhen.

Fortschritte bei der Eindämmung des HI-Virus und der dadurch verursachten Immunschwächekrankheit Aids seien "ungleich verteilt und in manchen Orten viel zu langsam", heißt es in einem Bericht der Organisation zum Welt-Aids-Tag am 1. Dezember.

Für Aids-Bekämpfer könne daher das Mantra von Immobilienmaklern - "Location, Location, Location" - der Schlüssel zu einem deutlich verbesserten Vorgehen gegen HIV sein.

Trotz globaler Erfolge ist der Mangel an gezielten Programmen laut UNAIDS besonders gravierend in weiten Teilen Afrikas. In den Ländern der riesigen Region südlich der Sahara gab es demnach im vergangenen Jahr rund 70 Prozent aller weltweiten HIV-Neuinfektionen. Zugleich entfielen etwa 72 Prozent aller Aids-Todesfälle auf die Region.

Insgesamt lebten 2012 laut dem im September veröffentlichten UNAIDS-Jahresbericht 35,3 Millionen Menschen mit dem Aidserreger im Blut. Etwa 36 Millionen Menschen sind seit Beginn der Epidemie vor mehr als drei Jahrzehnten an Aids oder damit zusammenhängenden Krankheiten gestorben. Weltweit ging die Zahl der Neuinfektionen den Statistiken zufolge seit 2001 um 33 Prozent zurück.

Die Problemlage sei aber alles andere als einheitlich, sondern von Land zu Land, oft von Region zu Region, sehr unterschiedlich. So liege die HIV-Rate unter der Bevölkerung der Kapverden in Westafrika nur bei 0,4 Prozent, während sie im südafrikanischen Swasiland bis zu 28 Prozent betrage.

In Asien seien 90 Prozent aller neuen Ansteckungen auf nur fünf Länder konzentriert. Und 90 Prozent der HIV-Infektionen in der Region Osteuropa/Zentralasien entfielen allein auf Russland und die Ukraine. (dpa)

Mehr zum Thema
Das könnte Sie auch interessieren
DMykG 2025: So dringt Bifonazol effektiv in die Nagelplatte ein

© Matt LaVigne | iStock

Neue in-vitro-Daten

DMykG 2025: So dringt Bifonazol effektiv in die Nagelplatte ein

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Bifonazol: Antimykotikum mit antientzündlicher Wirkung

© Irina Esau | Getty Images/iStockphoto

Fokus: Integrität der Haut

Bifonazol: Antimykotikum mit antientzündlicher Wirkung

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Die Bedeutung von Bifonazol in der Therapie der Tinea capitis

© Prof. Dr. med. Hans-Jürgen Tietz

Pilzinfektion Kopfhaut

Die Bedeutung von Bifonazol in der Therapie der Tinea capitis

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Für Menschen ab 60 Jahren sind die Impfungen gegen Influenza, Corona, Pneumokokken und Herpes zoster (beide nicht im Bild) Standard-Impfungen. Für Menschen ab 75 Jahren kommt die RSV-Impfung hinzu.

© angellodeco / stock.adobe.com

Respiratorisches Synzytial Virus

STIKO: Alle Menschen ab 75 gegen RSV impfen!

Blickdiagnose: klinisches Bild mit typischen Effloreszenzen bei Herpes zoster.

© Mumemories / Getty Images / iStock

Zoster-Impfung

Schutz vor Herpes zoster und Rezidiven

Kommentare
* Hinweis zu unseren Content-Partnern
Dieser Content Hub enthält Informationen des Unternehmens über eigene Produkte und Leistungen. Die Inhalte werden verantwortlich von den Unternehmen eingestellt und geben deren Meinung über die Eigenschaften der erläuterten Produkte und Services wieder. Für den Inhalt übernehmen die jeweiligen Unternehmen die vollständige Verantwortung.
Sonderberichte zum Thema

Ist das AMNOG bereit für HIV-Innovationen?

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Gilead Sciences GmbH, Martinsried
Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Podiumsdiskussion von Gilead Sciences beim DÖAK 2025 von links: Dr. Nazifa Qurishi, Fachärztin für Innere Medizin und Infektiologie, Gemeinschaftspraxis Gotenring Köln; Kelly Cavalcanti, HIV-Aktivistin und Referentin für Gesundheit und Empowerment, Köln, und Martin Flörkemeier, Senior Director Public Affairs, Gilead Sciences, München

© Gilead

Unternehmen im Fokus

HIV-Versorgung: Vertrauen in unruhigen Zeiten

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Gilead Sciences GmbH, Martinsried
Abb. 1: PD-1-Inhibitoren: immunvermittelte Nebenwirkungen

© Springer Medizin Verlag GmbH

Thoraxchirurgie beim nichtkleinzelligen Lungenkarzinom

Wie können neoadjuvante Immuntherapien die Tumorresektion beeinflussen?

Sonderbericht | Beauftragt und finanziert durch: AstraZeneca GmbH, Hamburg
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Versteckte Zucker

Wie Fruktose den Nieren schadet

Lesetipps
Urinprobe für Harnsäuretests im Labor zur Feststellung von Anomalien im Urin.

© kittisak / stock.adobe.com

Treat-to-Target-Strategie

Gicht: Mit der Harnsäure sinkt auch das kardiovaskuläre Risiko