Direkt zum Inhaltsbereich

HPV-Impfung schützt auch Frauen mit ausgeheilter Läsion

HAMBURG (stü). Die gegen humane Papillomviren (HPV) gerichtete Vierfach-Impfung schützt junge Frauen vor viralen Infektionen und damit assoziierten Vorstufen des Zervixkarzinoms sowie vor Genitalwarzen. Neuen Studiendaten zufolge profitieren auch Frauen, die bereits eine HPV-Infektion durchgemacht haben, von der Impfung.

Veröffentlicht:

Der hohe Schutzeffekt der Impfung bei jungen Frauen, die noch keinen Kontakt mit HPV hatten, ist belegt. Aber was ist mit jenen Frauen, die bereits eine Infektion mit HPV 6, HPV  11, HPV 16 oder HPV 18 durchgemacht haben - das sind die Virustypen, gegen die sich der Impfstoff richtet?

Diese Frage beantwortete Privatdozentin Monika Hampl aus Düsseldorf beim Kongress der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe: "Aus der Praxis wissen wir, dass viele Frauen mit ausgeheilter HPV-Infektion erneut eine Läsion entwickeln können," berichtete Hampl. Bei solchen Frauen reicht der natürlich erworbene Antikörper-Titer vermutlich nicht aus, um eine Re-Infektion und damit einhergehende Läsion durch denselben HPV-Typ zu verhindern.

Daten von Frauen aus Phase-II/III-Studien wurden analysiert.

Dieses Manko kann wahrscheinlich die HPV-Impfung ausgleichen, indem sie den natürlichen Antikörper-Titer hebt und somit verhindert, dass Betroffene sich erneut infizieren. Hampl stellte dazu Daten des tetravalenten Impfstoffes Gardasil® vor. Für die Analyse waren Daten der Phase-II/III-Studien verwendet worden, und zwar speziell von Frauen, die eine ausgeheilte HPV-Infektion hatten.

Dabei mussten zwei Kriterien zu Studienbeginn erfüllt sein: Ein negativer PAP-Abstrich und gleichzeitig der Nachweis von Antikörpern gegen HPV 6, HPV 11, HPV 16 oder HPV 18 im Serum. 1243 Frauen in der Impf-Gruppe und 1283 Frauen in der Placebo-Gruppe erfüllten diese Voraussetzungen.

Nach einer Beobachtungsphase von vier Jahren waren in der Placebo-Gruppe 15 Fälle von Feigwarzen aufgetreten, in der Impf-Gruppe wurden keine solchen Läsionen beobachtet. "Wir können bei diesen Frauen das spätere Auftreten einer Läsion, bedingt durch Reinfektion mit demselben HPV- Typ, durch Boosterung des spezifischen HPV-Antikörper-Titers verhindern," sagte Hampl auf einem von Sanofi Pasteur MSD unterstützten Symposium. Der Impfstoff sei bei diesen Frauen mit einer Wirksamkeit von 100 Prozent hocheffektiv.

Die Immunisierung mit dem Vierfach-Impfstoff erfolgt dreimal i.m. in den Monaten 0, 2 und 6. In bisherigen Studien hielt der Schutz über den gesamten Zeitraum von fünf Jahren an. Die Vakzine wurde allgemein gut vertragen. Die häufigsten unerwünschten Wirkungen waren lokale Reaktionen an der Einstichstelle wie Schmerzen und Schwellungen.

Lesen Sie auch: "Kein Grund, nicht gegen HPV zu impfen" Schützt Impfung die Zervix stärker als bisher vermutet?

Mehr zum Thema

Sie fragen – Experten antworten

Reiseimpfungen bei Kindern: Müssen Abstandsregeln eingehalten werden?

Keine Alternative verfügbar

Japanische Enzephalitis: Lieferengpass bei Impfstoff

Impfschutz erleichtern

In Thüringen jetzt Schutzimpfung im Gesundheitsamt möglich

Das könnte Sie auch interessieren
Woman with diabetes standing on top of the hill and looking at camera

© Getty Images

Impflücken bei Chronikern

Grippeimpfung bei Diabetes: Risiko für Folgen senken

Anzeige | Viatris Germany GmbH
Die vergessene Reiseimpfung

© Milo Zanecchia | Getty Images

Impfen in der Praxis

Die vergessene Reiseimpfung

Anzeige | Viatris Germany GmbH
„Motivational Interviewing“ in der Impfberatung

© SrdjanPav | Getty Images

Impfkommunikation

„Motivational Interviewing“ in der Impfberatung

Anzeige | Viatris Germany GmbH
Neue Empfehlung zu HWI und Zystitis

© EAU

Ergänzung EAU-Leitlinie 2026

Neue Empfehlung zu HWI und Zystitis

Anzeige | MIP Pharma GmbH
Therapie bei unkomplizierter Zystitis

© Dr_Microbe | Adobe Stock

Evidenz, Resistenz & Wirksamkeit

Therapie bei unkomplizierter Zystitis

Anzeige | MIP Pharma GmbH
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: Die kardiorenalmetabolische Organachse: ganzheitliche Versorgung durch interdisziplinäre Zusammenarbeit (Quelle: Michalopoulou E et al., J Clin Med 2025, 14:428)

© Springer Medizin Verlag

Biomarker gegen Diabetes-Folgen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Roche Diagnostics Deutschland GmbH, Mannheim
Abb. 1: Verlauf des Rett-Syndroms

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [2]

Rett-Syndrom

Diagnose und Verlauf einer herausfordernden Erkrankung

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Acadia Pharmaceuticals (Germany) GmbH, München

BCMA-gerichtete CAR-T-Zelltherapie rückt nach vorn

Cilta-cel setzt Standards im ersten Rezidiv

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Janssen-Cilag GmbH, Neuss, a Johnson & Johnson company
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Mega-Analyse

BMI ade? Beim kardiovaskulären Risiko kommt es auf das Bauchfett an

Lesetipps
Ärztin mit Patientem

© Alexander Raths / stock.adobe.com

Dermatologin Yael Adler gibt Tipps

Wie man Hypochondern in der Praxis am besten begegnet

Eine Ärztin spricht mit einer Patientin.

© Monkey Business / stock.adobe.com

Biopsychosozial vorgehen!

So unterstützen Sie Ihre Patienten bei funktionellen Körperbeschwerden

Die Ärzte Zeitung ist jetzt auch auf Instagram aktiv.

© prima91 / stock.adobe.com

Social Media

Folgen Sie der Ärzte Zeitung auf Instagram