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Häufiger Einsatz der Lyse führt zu größerem Erfolg

KÖLN (ble). Kliniken, die eine Thrombolyse beim Schlaganfall häufiger einsetzen erzielen bessere Behandlungserfolge als Krankenhäuser, in denen die Lyse selten ist. Hierzu hat die Arbeitsgemeinschaft Deutscher Schlaganfall Register (ADSR) neue Zahlen vorgelegt.

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Erfahrene Kliniken können nach den Daten der ADSR die frühe Patientensterblichkeit um fast 50 Prozent senken. "Ob daraus eine Forderung nach einer Minimalzahl von Thrombolysen pro Jahr zu stellen ist, bleibt eine Frage, die wissenschaftlich nicht zu beantworten ist", räumt allerdings Dr. Klaus Berger vom Institut für Epidemiologie und Sozialmedizin des Universitätsklinikums Münster ein.

Von 2000 bis 2002 dokumentierte die ADSR Daten von 56 998 Patienten aus 225 an regionalen Qualitätssicherungsprojekten teilnehmenden Kliniken. Bei 3,2 Prozent oder 1796 Patienten entschied sich das behandelnde Krankenhaus für die riskante Lyse im Anfangsstadium der Erkrankung. Etwa jeder zehnte Patient starb an den Folgen.

Das Todesfallrisiko steht nach Ansicht des ADSR in einen Zusammenhang mit der Anzahl vorgenommener Lysen pro Jahr und Krankenhaus. So starben in Häusern, in denen jährlich nur bis zu fünf Lysen angeordnet wurden, von 277 Patienten 13,4 Prozent.

Das waren prozentual fast doppelt so viele wie in Häusern mit 15 oder mehr Lysen (7,1 Prozent von 675 Patienten). Krankenhäuser mit sechs bis 15 Lysen pro Jahr verzeichneten eine Mortalität von durchschnittlich 11,5 Prozent. Nur 25 Prozent der jährlich rund 170 000 neuen Hirninfarkt-Patienten kommen nach den Worten Bergers überhaupt rechtzeitig ins Krankenhaus.

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