Direkt zum Inhaltsbereich

Leitliniennutzung

Hausärzte wünschen sich Leitlinien kürzer, strukturierter und praxisnäher

In hausärztlichen Praxen wird durchaus regelmäßig auf Leitlinien zurückgegriffen – eine Umfrage zeigt allerdings wegen Zeitmangels und zu umfangreicher Dokumente deutlichen Verbesserungsbedarf.

Veröffentlicht:
Hoher Aktenstapel

Weniger ist mehr: Hausärzte hätten Leitlinien in ihrem Gebiet gerne kompakter.

© NuPenDekDee - stock.adobe.com

Hamburg. Sieben von zehn Hausärztinnen und Hausärzten sehen laut einer Umfrage Verbesserungsbedarf bei der Aufbereitung von Leitlinien für den hausärztlichen Bereich. Zeitmangel, zu umfangreiche Dokumente und eine wenig praxisgerechte Aufbereitung würden die konsequente Anwendung im hausärztlichen Alltag erschweren, berichtet das Pharmaunternehmen AstraZeneca am Montag unter Berufung auf eine Online-Befragung in dessen Auftrag.

Dabei seien 86 niedergelassene, hausärztlich tätige Allgemeinmediziner, Praktiker und Internisten mit Berufserfahrung zwischen 2 und 30 Jahren interviewt worden. Nur gut jeder zweite Befragte sei mit dem Ergebnis der letzten eigeninitiativen Suche nach Informationen in Leitlinien zufrieden oder sehr zufrieden gewesen.

Auszüge gerne direkt in die Praxissoftware

Gleichwohl nutzen den Angaben zufolge rund die Hälfte der Befragten mindestens einmal pro Monat die Leitlinien, etwa 90 Prozent mindestens einmal pro Quartal. Vor allem anlassbezogen würden die Leitlinien in der hausärztlichen Praxis genutzt, sprich vor, während oder unmittelbar nach einem konkreten Patientenkontakt. 38 Prozent der Befragten gaben an, bei ihrer letzten Suche nach Leitlinieninformationen auf nationale Leitlinien zurückgegriffen zu haben, 16 Prozent nannten dabei ausdrücklich die Nationalen VersorgungsLeitlinien (NVL).

Gewollt seien demnach kompakte Kurzversionen, ein stärkerer Praxisbezug sowie eine bessere Struktur und Übersichtlichkeit der Leitlinien. Wünsche gibt es auch bezüglich deren digitaler Verfügbarkeit: 70 Prozent der Befragten hätten ein hohes bis sehr hohes Interesse daran, Leitlinienauszüge direkt in die Praxissoftware zu integrieren. (bar)

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema
Das könnte Sie auch interessieren
Jugendliche die schon früh, ohne Eltern in die Sprechstunde kommen, werden selbstständiger.

© Racle Fotodesign / stock.adobe.com

Typ-1-Diabetes bei Kindern und Jugendlichen

Wie gelingt der Übergang vom Pädiater in die Erwachsenenmedizin?

Frauen erhalten eine andere und meist schlechtere Behandlung als Männer. Sie sind häufiger vom Medical Gaslighting betroffen, insbesondere in der Kardiologie.

© NPS Studio / stock.adobe.com

Hormone, Schwangerschaft, Wechseljahre

Warum ein Diabetes Frauen anders trifft als Männer

50 Jahre Jung-Preis

© Jung-Stiftung für Wissenschaft und Forschung

50 Jahre Jung-Preis

Freiheit als Voraussetzung für medizinischen Fortschritt

Anzeige | Jung-Stiftung für Wissenschaft und Forschung
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: AIO-KRK-0424/ass-Registerstudie: Leitlinienadhärenz

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [5]

BRAFV600E-mutiertes mCRC nach systemischer Vortherapie

Registerstudie weist auf Defizite in der Umsetzung der Leitlinienempfehlungen hin

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Pierre Fabre Pharma GmbH, Freiburg
Abb. 1: Rückgang der generalisierten tonisch-klonischen Anfälle unter Cannabidiol + Clobazam

© Springer Medizin Verlag , modifiziert nach [1]

Real-World-Daten aus Deutschland zum Lennox-Gastaut- und Dravet-Syndrom

Cannabidiol in der klinischen Praxis: vergleichbare Wirksamkeit bei Kindern und Erwachsenen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Jazz Pharmaceuticals Germany GmbH, München
Abb. 1: Daten zur lipidologischen Versorgung von Patientinnen und Patienten mit hohem kardiovaskulärem Risiko aus der VESALIUS-REAL-Studie

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [7]

Kardiovaskuläre Prävention

Frühe Risikoidentifikation und konsequentes Lipidmanagement

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Amgen GmbH, München
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Rauchjahre statt Packungsjahre

Lassen sich die Kriterien fürs Lungenkrebs-Screening vereinfachen?

Lesetipps
Die Ärzte Zeitung ist jetzt auch auf Instagram aktiv.

© prima91 / stock.adobe.com

Social Media

Folgen Sie der Ärzte Zeitung auf Instagram

Manche Menschen mit Adipositas haben ein vergleichsweise günstiges kardiovaskuläres Risikoprofil: offenbar vor allem diejenigen mit weniger zentraler Fettansammlung. (Symbolbild mit Fotomodell)

© sam richter / stock.adobe.com

Mega-Analyse

BMI ade? Beim kardiovaskulären Risiko kommt es auf das Bauchfett an