"Hepatitis B? Am besten testen!" - zum Welt-Hepatitis-Tag 19. Mai

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Ab dem 19. Mai gibt es verstärkte öffentliche Aufmerksamkeit auf Hepatitis-Infektionen. Denn: "Das Virus wartet, wo man es nicht erwartet." In Deutschland leben nach Schätzungen etwa 500 000 Menschen mit einer chronischen Hepatitis-B-Infektion. 70 Prozent der Betroffenen merken und wissen nichts davon und gefährden damit sich und andere.

Von Werner Stingl

Blutabnahme geht schnell, ein GPT-Test kostet wenig.

Blutabnahme geht schnell, ein GPT-Test kostet wenig.

© Foto: imago/Peter Widmann

Die am Welt-Hepatitis-Tag 19. Mai bundesweit startende Kampagne "Hepatitis B? Am besten testen?" soll helfen, diese Dunkelziffer aufzuhellen, und sie will über primär- sowie sekundärpräventive Strategien informieren.

Öfter als bisher den GPT-Wert bestimmen!

Die Kernbotschaft an die Hausärzte lautet dabei, bei Routineuntersuchungen unabhängig vom Anlass öfter als bisher eine nur wenige Cent kostende GPT-Bestimmung zu machen, hat Professor Claus Ulrich Niederau aus Oberhausen bei einer Veranstaltung zur Kampagne erklärt. Die Kampagnie wird von der Deutschen Leberstiftung, der Deutschen Leberhilfe und dem Unternehmen Bristol-Myers Squibb getragen. Niederau hofft denn auch, dass die GPT-Messung schon bald fester Bestandteil des Check up 35 wird.

Ein erhöhter GPT-Wert sollte auch bei Vorliegen anderer möglicher Ursachen eine gezielte Diagnostik auf Hepatitis B - und sinnvollerweise auch auf Hepatitis C - mit HBs-Antigen- und HCV-Antikörper-Bestimmung nach sich ziehen.

Bei Patienten mit bestimmten Risiken wie intravenösem Drogengebrauch, Herkunft aus Endemiegebieten, Tattoos, Piercings, Hepatitis-B-Infektion von Familienmitgliedern oder häufig wechselndem Geschlechtspartnern empfiehlt sich ein Hepatitis-B- und -C-Test sogar bei unauffälligem GPT-Wert. Sowohl ein erhöhter GPT-Wert als auch allein das Vorliegen von Risikofaktoren qualifizieren entsprechende Tests zu einer Leistung der gesetzlichen Kassen, und sie können außerbudgetär über die Laborkennziffer 32006 abgerechnet werden, wie Niederau versicherte. Bei positivem Testergebnis für Hepatitis B oder Hepatitis C sollten die Patienten zur weiteren Abklärung und individuell bestmöglichen Therapie rasch zum Spezialisten überwiesen werden.

Große Plakataktion startet bundesweit

Um die Bevölkerung für das Thema zu sensibilisieren und über die in Deutschland wesentlichen Übertragungswege, etwa Geschlechtsverkehr bei Hepatitis B, über Eigen- und Fremdgefährdung durch unerkannte chronische Infektionen sowie über Möglichkeiten der Therapie, der Sekundär- und Primärprävention aufzuklären, wird bundesweit am 19. Mai unter anderem eine große Plakataktion mit dem Slogan: "Das Virus wartet, wo man es nicht erwartet" begonnen. Auch auf diesen Plakaten wird auf die zentrale Website der Kampagne www.HepB.de hingewiesen, in der sich auf getrennten Schienen sowohl Laien als auch medizinische Fachkreise in zehn Sprachen in die Materie vertiefen und Info-Broschüren herunter laden können.

Am gleichen Tag startet zudem ein kurzer Kino- und Radiospot, in denen das Komikerduo Erkan (als Hepatitis-B-Virus mit Vorschlaghammer intravasal auf dem Weg zur Leber) und Stefan (als unwissendes rotes Blutkörperchen) mit ihren Mitteln zeigen, wo´s lang geht.

www.HepB.de

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