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Patienten aus Vietnam

Hepatitis B kommt wohl selten allein

Hepatitis B-Infizierte - zumindest viele aus Vietnam - sind häufig auch mit dem Hepatitis E-Virus infiziert.

Veröffentlicht:

TÜBINGEN. Forscher haben entdeckt, dass Hepatitis B(HBV)-Patienten aus Vietnam überproportional häufig mit dem Hepatitis E-Virus (HEV) infiziert sind, und dass diese Koinfektion die Leberschäden, die durch HBV entstehen können, wesentlich verschlimmert, teilt die Uniklinik Tübingen mit.

HEV ist endemisch in Zentral- und Südostasien, Indien, Afrika, und Südamerika. Entsprechend Informationen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) lebt mehr als ein Drittel der Weltbevölkerung in HEV-Hochrisikogebieten.

Weltweit werden jährlich mehr als 20 Millionen Fälle einer HEV-Infektion registriert, was vor allem in tropischen Ländern zu mehr als drei Millionen akuten Fällen von Hepatitis E und über 55.000 Toten führt.

Eine Infektion mit HEV kann einen Ausfall der Leberfunktion in unterschiedlichen Risikogruppen nach sich ziehen, unter anderem in Schwangeren, Kindern, Organtransplantationspatienten und HIV-Infizierten.

Für die Studie wurden 1318 Proben von vietnamesischen HBV-Patienten analysiert und mit 340 Proben gesunder Freiwilliger bezüglich der Präsenz von HEV verglichen (EBioMedicine 2015; online 17. November).

Circa 45 Prozent der HBV-Patienten und 30 Prozent der Gesunden wiesen HEV auf. Daraus lasse sich extrapolieren, dass circa 12 Prozent aller HBV-Patienten in Vietnam gleichzeitig mit HEV infiziert sein sollten, und nur circa 5 Prozent der faktisch gesunden Bevölkerung.

Auch war der prozentuale Anteil von HEV-Infizierten unter Patienten mit Leberzirrhose signifikant erhöht. Zudem wiesen HBV-Patienten mit einer zusätzlichen HEV Infektion im Vergleich zu HBV-Patienten ohne HEV abnormale Leberwerte auf.

Laut der Forscher zeigen diese Entdeckungen, dass in HBV-Patienten eine signifikante Assoziation zwischen einer HEV-Infektion und der Entstehung einer Leberzirrhose besteht. Daraus ließe sich schließen, dass eine HEV Infektion die Entstehung von Lebererkrankungen unterstützt.

"In Industrienationen wie Deutschland findet sich HEV nur sporadisch. Kürzlich erschienene Studien haben jedoch gezeigt, dass es eine steigende Zahl einheimischer Fälle von HEV des Genotyps 3 gibt. Diese Ansteckung könnte durch Tierkontakt und die Aufnahme von rohem oder zu wenig gekochtem Schweinefleisch entstanden sein. Zudem haben vor kurzem veröffentlichte Ergebnisse darauf hingewiesen, dass es vermehrt zur Übertragung von HEV durch Bluttransfusionen kommen könnte. Von 2004 bis 2015 gab es einen dramatischen Anstieg der gemeldeten HEV Fälle um mehr als das Dreißigfache in Deutschland, 1345 dieser Fälle waren akut", wird Studienleiter Professor C.-Thomas Bock zitiert. (eb)

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