Hepatitis-E-Infektionen nun auch autochthon

Bei Reisen in Europa ist vom Rohverzehr von Schweineprodukten wegen Hepatitis-E-Risikos abzuraten.

Von Privatdozent Tomas Jelinek Veröffentlicht:

Bei Reisen in tropische und subtropische Länder zählt die Impfung gegen Hepatitis A heutzutage zum Standard. Eine weitere virale Hepatitis, gegen die zur Zeit noch kein Impfstoff verfügbar ist, und die ebenso wie die Hepatitis A durch kontaminiertes Trinkwasser oder Lebensmittel übertragen wird, ist die Hepatitis E. Auch in der Symptomatik gleicht die Krankheit der Hepatitis A. Eine Besonderheit ist der fulminante Verlauf, den die Krankheit bei Schwangeren im zweiten und dritten Trimenon nehmen kann. In diesen Fällen führt die Infektion bedingt durch ein akutes Leberversagen bei bis zu 20 Prozent der Betroffenen zum Tod.

Lange Zeit galt die Krankheit als typischerweise reisebedingt. Das Hepatitis-E-Virus ist endemisch im asiatischen Raum, hier besonders auf dem indischen Subkontinent, in Afrika, im mittleren Osten und Lateinamerika. Seit Beginn der 2000er Jahre hat die Inzidenz der Hepatitis E auch in Deutschland deutlich zugenommen. Zunehmend treten dabei autochthon in Deutschland erworbene Krankheitsfälle auf. Bezüglich der Krankheitsübertragung steht seit einigen Jahren der Verzehr von Wildschwein, Schweinefleisch und -innereien im Verdacht.

Erst vor wenigen Wochen wurde aus Südfrankreich eine Serie von Erkrankungen an Hepatitis E gemeldet, die durch den Verzehr einer korsischen Wurstspezialität namens Figatellu hervorgerufen wurde. Diese Delikatesse wird aus Schweineleber hergestellt und häufig roh genossen.

Im Rahmen der reisemedizinischen Beratung sollte deshalb Reisenden auch innerhalb Europas vom Rohverzehr von Schweineprodukten abgeraten werden.

Besonders für Schwangere ist der Hinweis auf Nahrungs- und Trinkwasserhygiene auch unter dem Aspekt der Vermeidung einer Hepatitis E sehr wichtig.

Infos zur Reisemedizin: www.crm.de

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